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Kommentar: Europäisches Bienenbündnis fordert hartes Vorgehen der EU zum Schutz der Bestäuber

29. März 2018 | Wildbienen, Umweltgifte

Anlässlich des heute veröffentlichten Aufrufs der europäischen Naturschutzverbände zum Schutz der Bestäuber erklärte Jörg Nitsch, stellvertretender Vorsitzender des BUND und zuständig für das Thema Biodiversität:

Stellvertretender BUND-Vorsitzender Jörg Nitsch  (Jörg Farys / BUND)

"Der BUND unterstützt ausdrücklich die aktuelle Initiative des europäischen Bündnisses für den Schutz der Wildbienen und anderer Bestäuber. Bestäuber sind das Herzstück unserer Ökosysteme und der landwirtschaftlichen Produktivität Europas."

"Allein der monetäre Wert der Insekten-Bestäuberleistung in Europa beträgt zurzeit etwa 22 Milliarden Euro pro Jahr. In Europa sind zudem etwa 150 verschiedene Nutzpflanzen und rund 80 Prozent der Wildpflanzen abhängig von der Bestäubung durch Insekten. Und nicht zuletzt hängen auch hunderttausende Arbeitsplätze in der EU an dieser Bestäubungsleistung."

"Gleichzeitig sterben immer mehr Insekten. Daran wird deutlich: entschlossenes Handeln zum Schutz der Wildbienen und anderen Bestäuber ist notwendig. Die EU-Kommission und Deutschland als Mitgliedsstaat mit gewichtiger Stimme, dürfen nicht davor zurückschrecken, die eigentlichen Treiber des Rückgangs zur Verantwortung zu ziehen: die industrielle Landwirtschaft. Neben dem Schutz der Lebensräume muss der Einsatz von Herbiziden und Insektiziden – wie Glyphosat oder Neonicotinoiden – ein schnelles Ende finden."

"Mit der Finanzierung des europäischen Naturschutzes und der anstehenden Veränderung der europäischen Agrarpolitik im Rahmen der GAP hat die EU zwei unmittelbare Werkzeuge zum Schutz der Bestäuber in der Hand. Nur mit mehr Bestäubern wird die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft und des Naturschutzes in der in EU sichergestellt. Die von der EU ins Leben gerufene Bestäuberinitiative muss messbare Veränderungen bringen, die den Bestäubern und der Biodiversität in großem Umfang zugutekommen."

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