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"Ja" zum Possenwald: Mehr Waldwildnis für Thüringen

23. Januar 2018 | Wälder, Naturschutz, Lebensräume, Nachhaltigkeit

Nach jahrelanger Diskussion hat Thüringens Landesregierung ein fortschrittliches Konzept für den Possenwald beschlossen. Zukünftig sollen auf 1.000 Hektar zwischen dem Nationalpark Hainich und Hoher Schrecke die Motorsägen ruhen und ein Wildnisgebiet entstehen. Weitere 500 Hektar werden naturnah als Erholungswald, die übrigen 1.500 Hektar forstlich genutzt. Neben dem BUND und weiteren Umweltverbänden hatte die Bürgerinitiative ProKyffhäuserWald sehr für die Waldwildnis bei Sondershausen gekämpft.

Mit seinen Buchen (und seiner Lage) bietet der Possenwald ideale Voraussetzungen für einen "Urwald von Morgen".  (Thomas Stephan)

Als unzerschnittener Buchenwald bringt der Possen hervorragende Voraussetzungen für die Etablierung eines "Urwaldes von Morgen" mit. Er bildet ein wichtiges Verbindungsglied zwischen den urwaldartigen Buchenwäldern der Hohen Schrecke und dem Nationalpark Hainich.

Auf den 1.000 Hektar Wildnisgebiet können nun also zukünftig auch die Bäume im Possen alt werden, so dass sich das für Urwälder typische Mosaik unterschiedlicher Waldstadien ausprägen kann. Dadurch entsteht eine Kette von Urwaldgebieten, die bisher in Deutschland einzigartig ist. Für zahlreiche Tiere und Pflanzen, die auf naturbelassene Waldgebiete angewiesen sind, ist der Possenwald deshalb ein bedeutender Baustein im Biotopverbund.

Zudem bietet er ein hohes Potenzial für "grünen" Tourismus. In dem 500 Hektar großen Erholungswald im Possen will der BUND deshalb ein Wildnis-Büros einrichten. Gemeinsam mit den Beteiligten der Region soll das Büro den Besucher*innen Natur und Wildnis mittels spezieller Erlebnisangebote nahebringen.

Auch politisch ist die Thüringer Entscheidung bedeutend: Mit dem naturnahen Possenwald wird ein Meilenstein bei der Umsetzung des Ziels erreicht, in Deutschland fünf Prozent nutzungsfreier Wälder zu erreichen. Der Naturwald im Possen erfüllt mit seiner Größe von 1.000 Hektarn die Mindestkriterien für Waldwildnisflächen in Deutschland.

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