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Hormonelle Schadstoffe: Große Gefahr für kleine Menschen

09. März 2017 | Chemie

Hunderte Studien belegen, dass hormonelle Schadstoffe (Endokrine Disruptoren, ED) insbesondere die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern während der verschiedenen Wachstumsphasen gefährden – vom Mutterleib bis zum Erwachsenwerden.

Vom Mutterleib bis zum Erwachsenwerden: Hormonelle Schadstoffe können die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern beeinflussen.

So zeigt die neue Studie "No Brainer: The im­pact of chemicals on children's brain development: a cause for concern and a need for action" der britischen Gesundheitsschutz-Organisation Chemtrust auf, wie in Lebens­mitteln und Alltagspro­duk­ten enthaltene Chemikalien die Entwick­lung des Gehirns stören und Kinder daran hindern können, ihr volles geistiges Potential auszuschöpfen.

Intelligenzmin­derung bzw. ein eingeschränkter IQ und die sogenannten Aufmerk­sam­keits­defizit- / Hyperaktivitätsstö­rung (ADHS) gehören zu den möglichen, aber auch vermeidbaren Folgen.

Vorbeugen – und nicht das Nachsehen haben!

Rückblickend wissen wir, dass viele tausend Menschen ähnliche und andere schwere Gesundheitsschäden erleiden mussten, verursacht durch über Jahrzehnte eingesetzte "klassische Gifte", wie Blei, PCB (polychlorierte Biphenyle) oder die Pestizide DDT und Atrazin, bis diese weitgehend verboten wurden.

Andere besorgniserregende ED-Chemikalien sind heute an ihre Stelle getreten, verbaut in unzählige Produkten, die unseren heutigen Lebensstil bestimmen: Phthalat-Weichmacher in Teppichböden und Plastikspielzeug, bromierte Flammschutzmittel in Designermöbeln, Elektrogeräten und Baumaterialien, Bisphenol A in Lebensmittelverpackungen, Konser­ven und Kas­senbons, perfluorierte Chemika­lien (PFC) in Pfan­nen und Outdoor-Kleidung, Konservierungsstoffe in Kosmetika und Körperpflegeprodukten.

Cocktaileffekt: Kinder sind besonders gefährdet

Kinder sind in ihrem Alltag kontinuierlich einem regelrechten Cocktail solcher Schadstoffe ausgesetzt, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken und entsprechend größeren Schaden anrichten können. Diesen sogenannten Cocktaileffekt hat der Gesetzgeber bisher weitgehend ignoriert. Der BUND und viele andere Umwelt- und Gesundheitsschutz-Organisationen fordern deshalb seit vielen Jahren dringende Maßnahmen für einen effektiveren Schutz vor einer Mehrfachbelastung durch ED, insbesondere für besondere Risikogruppen, wie Kinder und Schwangere.

Die Chemtrust-Studie greift diesen Aspekt noch einmal auf und benennt mögliche Maßnahmen, wie die zügige gesetzliche Regulierung ganzer Gruppen von strukturverwandten Chemikalien oder die Entwicklung von effektiveren Testmethoden zur Identifizierung potentieller Schadstoffe. Auch praktische Verbrauchertipps zur Vermeidung solcher Stoffe sind in der Studie zusammengefasst.

Auch zwei nahezu zeitgleich veröffentlichte Berichte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), "Inheriting a Sustainable World: Atlas on Children’s Health and the Environment" und "Don't pollute my future! The impact of the environment on children's health", befassen sich mit den schwerwiegenden Folgen von Umweltverschmutzung für Leib und Leben von Kindern. Darin wird die gesamte Bandbreite an Umweltsünden aufgegriffen, von Luft- und Wasserverschmutzung, über Klimawandel, bis hin zur Belastung mit gesundheitsschädlichen Chemikalien im Essen und in Alltagsprodukten. "Die Kosten einer kontaminierten Umwelt: jährlich 1,7 Millionen tote Kinder unter fünf Jahren", lautet das erschreckende Fazit der WHO.

Der BUND fordert von der Bundesregierung, sich für eine strikte Regulierung von hormonellen Schadstoffen im Sinne des Vorsorgeprinzips einzusetzen und den Gesundheitsschutz vor die Interessen der Industrie zu stellen.

Helfen Sie uns, Hormongifte zu stoppen!

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