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Glyphosat: Monsanto zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt

14. August 2018 | Umweltgifte, Landwirtschaft, Lebensräume

Glyphosat hätte "wesentlich" zur Krebserkrankung eines ehemaligen Hausmeisters beigetragen, befand ein Geschworenengericht in San Francisco am vergangenen Freitag.

Wie gefährlich ist Glyphosat für die Anwender*innen?  (wuzefe / pixabay.com)

Der Hausmeister hatte das Totalherbizid regelmäßig angewendet und ist unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Das US-Gericht hat Monsanto zur Zahlung von 285 Millionen US-Dollar Schmerzensgeld verurteilt. Monsanto hat bereits Revision angekündigt. Dennoch war dies erst der Auftakt der gerichtlichen Aufarbeitung der Glyhosat-Anwendung. 

Der Ausgang des Prozesses kann wegweisend für zahlreiche weitere Verfahren sein: Das erst vor kurzem von Bayer übernommene US-Unternehmen Monsanto steht in den USA vor einer Prozesswelle. Hunderte Klagen von Landwirt*innen, Gärtner*innen und Verbraucher*innen, die zu einem Sammelverfahren gebündelt sind, stehen aus.

Nach Monsanto-Übernahme: Bayer hat den Schaden

Schon jetzt hat die Übernahme des Agrochemieriesen Monsanto üble Folgen für das Leverkusener Unternehmen. Der Bayer-Aktienkurs fiel gleich am Montag um fast 14 Prozent auf ein Fünf-Jahres-Tief. Die Aktionär*innen fürchten, dass Klagen wegen Gesundheitsschäden durch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat Bayer und seine Tochter Monsanto Milliarden Dollar kosten könnten.

Bereits im März 2015 war die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu dem Ergebnis gekommen, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" sei. Die Krebsforscher*innen der WHO hatten dabei ausschließlich veröffentlichte Studien unabhängiger Wissenschaftler*innen für ihre Bewertung berücksichtigt.

Agrarministerin Klöckner muss handeln

Eine Umfrage des BUND zeigt: 85 Prozent der Bevölkerung wollen den Komplettausstieg aus Glyphosat. 87 Prozent sprechen sich für ein Ende des Totalherbizids innerhalb der nächsten drei Jahre aus. Deutschland sind bei einem Verbot keineswegs die Hände gebunden!

Die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) muss nun endlich handeln. Aufgrund der massiven Auswirkungen von glyphosathaltigen Pflanzengiften auf die biologische Vielfalt könnte Deutschland im Rahmen der nationalen Zulassung Verbote und Auflagen erlassen, um unannehmbare Risiken für die Umwelt abzuwenden.

Nach wie vor ist die Landwirtschaft die mit Abstand größte Verwenderin von Glyphosat: 40 Prozent der Ackerfläche werden mit Glyphosat behandelt. Von den 5.000 Tonnen des Ackergifts, die jährlich in Deutschland eingesetzt werden, landen nur 100 Tonnen bei Privatanwendern, 65 Tonnen werden von der Bahn eingesetzt. Jetzt ist Frau Klöckner gefragt, einen politischen Rahmen zu setzen und Verbote und Auflagen zu erlassen.

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