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Gefahr erkannt, aber nicht gebannt: 3-monatiger Fangstopp für Aale

13. Dezember 2017 | Meere

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt, dass die Fischereiminister sich endlich dem Schutz des Aals widmen, bleibt jedoch skeptisch, ob ihre gestrige Entscheidung, einen 3-monatigen Fangstopp für den Aal für europäische Gewässer zu beschließen, ausreichen wird um den vom Aussterben bedrohten Aal zu retten.

Der europäische Aal hat die Eiszeiten überlebt – heute kann ihn nur ein Fangverbot retten.  (Tobias Dahlin)

"Die Fischerei auf erwachsene Aale größer als 12 cm soll innerhalb des Zeitraums zwischen September und Januar für 3 Monate in allen europäischen Meeren geschlossen werden. Allerdings können die Mitgliedsstaaten sich aussuchen, wann sie in dieser Zeit die Fischerei verbieten. Das birgt die Gefahr, dass der Fangstopp nur dann ausgesprochen wird, wenn sowieso wenige Aale gefangen werden, also von November bis Januar. Denn die Haupt-Migration findet früher statt. Zudem sind die Binnengewässer von dem Fangstopp nicht betroffen“, kritisiert Bettina Taylor vom BUND Meeresschutzbüro.

Menschenverursachte Bedrohung des Aalbestands muss auf null reduziert werden

"Die wissenschaftlichen Empfehlungen waren eindeutig und gingen viele Schritte weiter. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) und die EU Kommission hatten den Fischereirat aufgefordert, jede durch Menschen verursachte Bedrohung für den Bestand nach Möglichkeit auf null zu reduzieren, da der Aal sonst keine Chance hat, zu überleben“, erläutert Bettina Taylor. Nur noch 1,6 Prozent des Bestands von Glasaalen (ein Jungstadium) aus dem Referenzzeitraum von 1960-1979 findet sich 2017 an den Küsten Europas – und dieser Wert reiht sich ein in die gleichbleibend niedrigen Werte der Vorjahre

Nach der Entscheidung des Fischereirates sollen auch die Aalmanagementpläne überarbeitet werden. "Dies muss zeitnah und umfassend geschehen und dann auch umgesetzt werden. Sollten die Änderungen auch bis zum nächsten Jahr keine Besserung der Bestände zeigen, muss spätestens nächstes Jahr ein umfassendes EU-weites Fangverbot für Aale aller Altersstufen in den Meeres- und Binnengewässern durchgesetzt werden“, so Taylor weiter. Auch der Fang von Glasaalen zum Export als Delikatesse muss verboten werden. Weiterhin muss die Durchgängigkeit der Fließgewässer wieder hergestellt werden. Durch Kraftwerksanlagen kann eine natürliche Zuwanderung in manchen Flüssen praktisch nicht mehr erfolgen; abwandernde Aale werden durch die Turbinen der Kraftwerke in erheblichem Umfang tödlich verletzt.

Der europäische Aal ist ein fantastischer Fisch, ein Überlebender aus prähistorischen Zeiten, der die Eiszeiten überlebt hat – doch durch menschlichen Einfluss ist er jetzt am Rande des Aussterbens. Da sich der Aal nur einmal in seinem Leben vermehrt, fehlt jeder gefangene Aal bei der Reproduktion.

Aalfangverbot wird von Wissenschaft befürwortet

Ein Aalfangverbot wird nicht nur von der Wissenschaft stark befürwortet, sondern unterstützt auch die Ziele der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) und der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP): Deren Ziele sind die nachhaltige Bewirtschaftung der marinen lebenden Ressourcen, inklusive der diadromen Arten (Arten, die zwischen Süß- und Salzwasser wechseln) während des marinen Teils ihres Lebenszyklus. Dazu gehört auch der Aal!

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