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Gedenkort Grünes Band

28. März 2018 | Grünes Band, BUND

Im Zusammenhang mit den Diskussionen über die Ausweisung als Nationales Naturmonument in Sachsen-Anhalt und die historische Dimension des Grünen Bandes weist der BUND auf sein langjähriges Engagement für die Erhaltung des Grünen Bandes als lebendige Erinnerungslandschaft der deutschen Teilung hin.

Grenzturm am Grünen Band im Harz  (Helmut Schlumprecht)

Bereits in der Gründungsresolution des BUND für das Grüne Band vom 9. Dezember 1989 ist verankert, dass "diese Forderung keine nachträgliche Rechtfertigung der Grenze ist".

Die erste Pressemitteilung des BUND zum Grünen Band aus dem Jahr 1990 beginnt mit den Worten: "Jahrzehntelang war der Eiserne Vorhang ein menschenverachtendes Symbol für die Trennung der Staaten in Ost und West. Besonders die als Todeszone für den Menschen eingerichtete Grenze zwischen der DDR und der BRD war weltweit die schlimmste Trennung zwischen einem Volk."

Das Grüne Band ist ein offener Gedenkort, der als Spur in der Landschaft insbesondere auch an das menschenverachtende Grenzregime mit 957 getöteten DDR-Flüchtlingen erinnert.

Das Grüne Band ist eine Erinnerungslandschaft

Ohne den BUND gäbe es heute keine Strukturen der ehemaligen Grenze mehr in der Landschaft, die zur Erinnerung Anlass bieten. Es gäbe nur verstreute Einzeldenkmäler und Ausstellungsräume, nicht eine 1.400 Kilometer lange Erinnerungslandschaft, die sich durch neun Bundesländer erstreckt.

Diese vom BUND mit unzähligen Führungen, Informationsangeboten und Grenzwanderungen erschlossene Erlebnismöglichkeit und die breite gesellschaftliche Unterstützung für das mittlerweile weltweit bekannte und geschätzte Grüne Band hat ungezählte Menschen, gerade auch junge Menschen, in einer ganz besonderen Qualität für die Tragik der deutschen Teilung und für die Toten an der Grenze sensibilisiert.

Ein Ort der Begegnung, nicht der Trennung

Das Grüne Band ist der Ort, wo sich Menschen begegnen und ihre Geschichten erzählen können, Großeltern den Enkeln vermitteln, wie es war, an der Grenze zu leben – ein Ort, wo man gemeinsam über Vergangenheit und Zukunft spricht.

Der BUND arbeitet zudem seit Jahrzehnten mit den Grenzlandmuseen zusammen und initiiert zusammen mit lokalen Partnern auch eigene Projekte zur Aufarbeitung der Grenzgeschichte, wie die Sammlung und Veröffentlichung von eindrücklichen Zeitzeugenberichten von Menschen, die in Ost- und Westdeutschland an der Grenze aufwuchsen, im Projekt "Erlebnis Grünes Band".

In der siebenbändigen BUND-Buchreihe "Vom Todesstreifen zur Lebenslinie" von Reiner Cornelius sind von Hof bis Lübeck zahlreiche Beispiele für Verfolgung, Repressionen im Sperrbereich, Flüchtlingsschicksale und Todesschüsse an der Grenze dokumentiert.

Auf europäischer Ebene setzt sich der BUND ebenfalls für eine aktive Erinnerungskultur ein und verknüpft dies mit seinen Aktivitäten für ein Grünes Band Europa. So konnten durch gemeinsame Veranstaltungen mit der European Platform of Memory and Conscience, die sich europaweit für die Aufarbeitung des Totalitarismus einsetzt, ein wichtiger Austauschprozess zwischen Historiker*innen, Opferverbänden und Naturschützer*innen initiiert werden.

Ein Ort des Zusammenwachsens von Ost und West

Im historischen Kontext sollte es jedoch nicht nur um eine Rückschau gehen, sondern auch darum, was wir aus der Überwindung der innerdeutschen und europäischen Teilung für die Zukunft lernen können: dass Mut und Entschlossenheit vieler Menschen zu friedlichen Veränderungen in der Gesellschaft und zur Überwindung totalitärer Systeme und Grenzen führen können.

Dafür steht das Grüne Band eben auch als Symbol. Für den BUND ist das Grüne Band ein besonderer Gedenkort und ein Ort des Zusammenwachsens von Ost und West: ein verbindendes – nicht mehr ein trennendes Band!

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