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"Frühlingsgefühle" helfen bei der Suche nach der Wildkatze. BUND erneut auf der Spur der scheuen Jägerin

09. März 2017 | Wildkatze

Wenn im Winter für die europäische Wildkatze in Deutschlands Wäldern die Ranz – also die Paarungszeit – beginnt, begibt sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) wieder auf die Suche nach neuen Nachweisen der seltenen Katze.

Wildkatze am Lockstock  (Armin Bürgel / BUND Waldeck-Frankenberg)

"Wir hoffen, dass sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzt und die Wild­katze sich weiter ausbreitet.

In diesem Jahr untersuchen wir einerseits bekannte Wildkatzenregionen, um zu sehen, ob sich die Tiere dauerhaft etablieren. Anderer­seits überprüfen wir bis dato ungeklärte, 'weiße Flecken' wie etwa auf dem Weg aus dem Schwarz­wald oder in die Lünebur­ger Heide", sagt Dennis Klein, Wildkatzen-Experte beim BUND." Als Lockstoff nutzen wir Baldrian. Sein Geruch ist den Sexuallockstoffen der Wildkatze sehr ähnlich, so dass er die Tiere magisch anzieht."

Mit dem "Rettungsnetz Wildkatze" engagiert sich der BUND seit über zehn Jahren für die Europäischen Wildkatze in Deutschland. Um ihrer Verbreitung auf die Spur zu kommen, nutzen die Experten, darunter viele ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer, die sogenannte Lockstock-Methode. Lockstöcke sind mit einer Baldriantinktur eingesprühte Holzstöcke, deren Geruch die Katzen anlocken. Sie werden in den Untersuchungsgebieten nach einem speziellen Schema gesetzt und regelmäßig überprüft.

Denn wenn sich die Tiere am Lockstock reiben, bleiben an der rauen Oberfläche Haare hängen, die gesammelt und im Labor analysiert werden. "In dieser Saison hoffen wir insbesondere auf Nachweise der Wildkatze im Teutoburger Wald und im Odenwald", erläutert Dennis Klein. "Hier warten wir schon lange auf eine Bestätigung. Sensationell wären auch Arealausdehnungen in die Wälder Brandenburgs oder Sachsens."

Die Europäische Wildkatze ist, anders als unsere Hauskatzen, eine echte Ureinwohnerin Europas. Sie lebt bevorzugt in naturnahen Wäldern und steht damit wie kaum ein anderes Tier für eine intakte, strukturreiche Waldlandschaft in Deutschland. Zu Beginn der 20. Jahrhunderts fast ausgerottet, gibt es heute schätzungsweise 5.000 bis 7.000 Exemplare.

"Die größte Bedrohung der Wildkatze ist die Zerschneidung und Verarmung ihres Lebensraums durch strukturarme Monokulturen, Straßen und Siedlungen", so Dennis Klein. "Damit sie und viele andere gefährdete Tiere eine echte Überlebenschance haben, braucht es dringend ein Netzwerk an verbun­denen Wäldern", sagt Dennis Klein. "Wir vom BUND fordern deshalb eine 'grüne Infrastruktur' für Deutschland."

Pressekontakt

Jenny Therese Kupfer, Medienkoordination BUND Rettungsnetz Wildkatze, Tel. (030) 2 75 86-544, jenny.kupfer(at)bund.net

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