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BUND-Test: Recycelte Produkte aus Elektroschrott enthalten gesundheitsschädliche Stoffe

17. Oktober 2018 | Chemie, Ressourcen & Technik

Ausrangierte Elektronikartikel werden zu neuen Produkten des täglichen Bedarfs recycelt und gelangen – vor allem auch in den Entwicklungsländern – wieder auf den Markt. Wie ein BUND-Test offenlegt, enthalten viele dieser Produkte giftige und unter der Stockholm-Konvention weltweilt verbotene Stoffe wie etwa bromierte Flammschutzmittel (BFR).

Werden Kunststoffe aus Elektroschrott zu neuen Produkten verarbeitet, dürfen diese in der EU das 100-fache an hormonschädlichen PBDE enthalten.  (congerdesign)

Auto, Pistole, Zauberwürfel und Co.: Der BUND hat zehn Recycling-Produkte aus Elektroschrott auf bromierte Flammschutzmittel testen lassen. Besonderes Augenmerk galt dabei den polybromierten Diphenylethern (PBDE) OctaBDE und DecaBDE. In neun von 10 Produkten lag die Konzentration dieser Stoffe über dem Grenzwert von 10 ppm (1 ppm = 1 Millionstel Gewichtsprozent). Dieser gilt für Produkte, die aus neuen Rohmaterialien hergestellt werden. Anders bei Recyclingprodukten.

Hier gilt eine ganz legale Ausnahmeregelung. Werden Kunststoffe aus Elektroschrott zu neuen Produkten verarbeitet, sprich recycelt, dürfen diese in der Europäischen Union das 100-fache an hormonschädlichen PBDE enthalten. Für neue und Recycling-Produkte wird in Punkto Gehalt von Flammschutzmitteln also mit zweierlei Maß gemessen. Diese von der EU gestützte Gesetzeslücke sorgt dafür, dass Recyclingprodukte mit genannten schwer abbaubaren und gesundheitsschädlichen Stoffen weiter Mensch und Umwelt belasten – und sie untergräbt den Aufbau einer nachhaltigen Recyclingwirtschaft.

Lediglich die Hälfte des anfallenden Elektroschrotts wird von offiziellen Sammelsystemen erfasst. Die restlichen 50 Prozent werden nach Einschätzung des Sekretariats der Stockholm-Konvention nicht von offiziellen Sammelsystemen erfasst und zum Teil als Gebrauchtware deklariert oder gänzlich illegal in Entwicklungs- und Schwellenländer mit niedrigeren Umwelt- und Sicherheitsstandards exportiert. Illegale Transporte stammen hauptsächlich aus Europa, Nordamerika, Japan, Australien und den USA. Übliche Ziele liegen in Asien (inkl. China, Hong Kong, Indien, Pakistan und Vietnam) und Afrika (inkl. Ghana, Nigeria und Benin).

 

 

 

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