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Mit Geburtenkontrolle gegen den Klimawandel?

17. Oktober 2016 | Klimawandel, Ressourcen & Technik, Nachhaltigkeit, Suffizienz

Die Präsentation des Berichts an den Club of Rome im September 2016 sorgte für Wirbel: Jede Frau, die nur ein bzw. kein Kind aufziehe, solle im Alter von 50 Jahren für ihren Verzicht einen Bonus von 80.000 Dollar in die Hand gedrückt kriegen, meldeten zahlreiche Zeitungen. Tatsächlich ist dies einer von insgesamt 13 Vorschlägen der Zukunfts- und Wirtschaftsforscher, um soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel zu bekämpfen.

Titelbild des Buchs "Ein Prozent ist genug"

Von Jenny Blekker

Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen

Zunächst rechnen die Autoren mit dem marktradikalen Denken und der Fokussierung auf Wirtschaftswachstum ab. Denn trotz des steten Wirtschaftswachstums in den vergangenen 30 Jahren hat sich die Lebenssituation der Mehrheit der Menschen nicht verbessert. Die Schere zwischen Arm und Reich ist weiter auseinander gegangen.

Die Lösung suchen die Jorgen Randers und Graeme Maxton nicht in einem radikalen Systemumsturz, nicht in der Revolution oder dem Kommunismus, sondern in einem langsamen, von der Mehrheit der Menschen akzeptierten Wandel hin zu einem stärkeren Staat, der die Märkte reguliert.

Ungleichheit und Arbeitslosigkeit sollen bekämpt werden, durch die Erhöhung der Steuern von Unternehmen und Reichen und der Erbschaftssteuer auf bis zu 100 Prozent, die Verkürzung der Arbeitszeit, die Anhebung des Renteneintittsalters, die Erhöhung des des Arbeitslosengeldes und die Einführung eines existenzsichernden Grundeinkommens für diejenigen, die es am dringendsten brauchen. Um den Klimawandel zu bremsen, schlagen die Autoren vor, fossile Brennstoffe zu besteuern und eine Verlagerung der Einkommensbesteuerung auf die Besteuerung von Emissionen und Rohstoffverbrauch vorzunehmen. Gleichzeitig soll eine Begrenzung des Außenhandels stattfinden und es müssten grüne Konjunkturpakete ins Leben gerufen werden, damit der Staat auf den Klimawandel reagieren und Einkommen umverteilen kann.

Das Buch bietet jede Menge Diskussionsstoff und es fragt sich, ob die Autoren mit ihrer Forderung nach Geburtenkontrolle vernünftige Debatten verhindert haben oder ob Vorschläge gegen den Wachstumswahn überhaupt nur mit einer solchen provokanten These in die Medien gelangen.

Jorgen Randers, Graeme Maxton: Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen. 272 Seiten, oekom verlag München, 2016
ISBN-13: 978-3-86581-810-2

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