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BMW-Aktionärsversammlung: Nachweis über illegale Dieselmanipulationen bringt Vorstand in Erklärungsnöte. Die Fahrzeugflotte der Zukunft muss kleiner, leichter und sparsamer werden

17. Mai 2018 | Mobilität

München/Berlin: Nach jahrelangen Beschwichtigungen, BMW habe mit dem Abgasskandal nichts oder zumindest nur sehr wenig zu tun, musste der BMW-Vorstandvorsitzende Harald Krüger heute ein anteiliges Schuldgeständnis ablegen. Die bisherige Position, der Konzern stehe im Dieselskandal gut da, wurde lange von Aktionärinnen und Aktionären geglaubt. Für kritische Experten wie dem BUND war aber nicht zuletzt seit den im April 2016 veröffentlichten, offiziellen Messungen des Bundesverkehrsministeriums klar, dass auch Fahrzeuge der BMW AG beim Betrieb auf der Straße deutlich höhere Stickoxid-Werte aufweisen, als im Labor. Gedeckt von der aktuellen Rechtsauffassung der Bundesregierung blieben diese Erkenntnisse lange folgenlos.

Im Rahmen der heutigen Aktionärsversammlung sagte der BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg in seiner Rede vor Ort: "Die Zeiten, in der die BMW AG behaupten konnte, dass sie mit dem Dieselabgasskandal nichts zu tun haben und niemals illegal manipuliert wurde, sind endgültig vorbei. Seit drei Wochen ist es offiziell: Auch bei BMW hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt. Mit der Folge eines offiziellen Rückrufes für die betroffenen BMW-Modelle."

Bei den vom Rückruf betroffenen Modellen handelt es sich nicht um ältere Euro 5-Fahrzeuge, vielmehr sind Modelle der aktuell noch immer kaufbaren Abgasnorm Euro 6 betroffen. BMW-Modelle dieser Norm werden tagtäglich als Neuwagen ausgeliefert. Hilgenberg: "Während die Aktionäre tolle Geschäftszahlen feiern, fahren nur wenige hundert Meter weiter fabrikneue Euro 6-Diesel-Pkw aus der BMW-Welt auf unseren Straßen, die einen Nachweis über die Wirksamkeit ihrer Abgasnachbehandlung schuldig bleiben. Der BUND sieht die BMW AG in der Pflicht, das Verursachen von Schäden an Mensch und Umwelt schnellstens abzustellen. Das von uns bereits vor einem Jahr geforderte Verkaufsverbot für Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 6, wenn diese ihre gesetzlichen Schadstoffgrenzwerte nicht auch beim Realbetrieb auf der Straße einhalten, ist mehr denn je von Nöten."

Der BUND fordert zudem die BMW AG auf, ihrer klimapolitischen Verantwortung endlich gebührend Rechnung zu tragen. Hilgenberg: "Modelle wie der angekündigte BMW X8 stehen in einem Missverhältnis zu den nationalen und internationalen Klimazielen. Statt immer größer, schwerer, schneller, erwarten wir Modelle, die kleiner, leichter und bei Produktion und Betrieb ressourcensparend sind." BMW kann noch dieses Jahr zeigen, wie ernst die Beteuerungen zu Klimaschutz und Antriebswende sind. "Eine klare und öffentliche Positionierung zu ambitionierten CO2-Grenzwerten für Pkw in Europa für die Jahre 2025 und 2030 wäre ein klares Signal. Zumal schärfere gesetzliche Vorgaben mit den Ankündigungen in Sachen Ausbau der E-Flotte kompatibel wären. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass BMW die angekündigten Elektroautos nicht hauptsächlich in Asien und Nordamerika verkaufen und dann wohl auch produzieren will, sondern ebenso in Deutschland."

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