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1.300.000 Unterschriften der Europäischen Bürgerinitiative gegen Glyphosat eingereicht

30. Juni 2017 | Umweltgifte, Schmetterlinge, Landwirtschaft, Wildbienen

Wir haben es geschafft! In allen europäischen Ländern konnten wir heute die Unterschriften der Europäischen Bürgerinitative (EBI) gegen Glyphosat einreichen. In 5 Monaten unterzeichneten mehr als 1,3 Millionen Menschen den Appell.

Wir sind überwältigt! Die Organisator*innen der EBI "Stop Glyphosat" reichen heute mehr als 700.000 Unterschriften aus Deutschland beim Bundesverwaltungsamt in Köln zur Überprüfung ein. 1.320.045 Menschen aus allen 28 EU-Mitgliedstaaten haben die Bürgerinitiative unterzeichnet. Damit haben wir die notwendige Voraussetzung, innerhalb eines Jahres eine Million Unterschriften zu sammeln, deutlich übertroffen. Und das in einem Rekordzeitraum von nur fünf Monaten! Danke an alle, die das möglich gemacht haben!

Wir finden: Wenn über eine Million Bürger*innen aus ganz Europa ein Glyphosat-Verbot fordern, ist das ein klarer Handlungsauftrag an die EU-Kommission. Die Menschen wollen gesunde Nahrungsmittel ohne Rückstände krankmachender Pestizide. Sie engagieren sich gegen Ackergifte, damit Hummeln und Kiebitze in Europa eine Zukunft haben. Die EU-Kommission muss das Vorsorgeprinzip ernst nehmen. Und das bedeutet: Der Schutz von Mensch und Umwelt steht über den Profitinteressen von Bayer und Monsanto 

BUND, hunderte Vereine und Verbände und die mehr als 1,3 Millioneen Menschen fordern von der EU-Kommission ein Verbot des Totalherbizids Glyphosat und eine Reform des Zulassungsverfahrens für Pestizide.

Merkel vertieft Kluft

Die Rekordgeschwindigkeit, mit der die Unterschriften gesammelt wurden, zeigt die enorme Besorgnis der europäischen Bevölkerung beim Thema Glyphosat. Dass sich ausgerechnet die Bundeskanzlerin auf dem Bauerntag für die Glyphosat-Wiederzulassung ausspricht, zeugt von beachtlicher Ignoranz. Frau Merkel will mit ihrem Bekenntnis zu Glyphosat ein Agrarmodell zementieren, das auf industrieller Erzeugung basiert und blind ist für Kollateralschäden. Statt sich für eine Landwirtschaft ohne Chemie einzusetzen, vertieft sie die Kluft zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft weiter. 

Umweltministerin muss bei Glyphosat stark bleiben

Glyphosat ist maßgeblich verantwortlich für das Artensterben in der Agrarlandschaft. Als Totalherbizid vernichtet es die Nahrungspflanzen von Schmetterlingen, Bienen und Vögeln und zerstört die Lebensräume von wichtigen Nützlingen. Wir fordern Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf, bei ihrem "Nein" zu Glyphosat zu bleiben.

Breites Bündnis gegen Glyphosat

Die Europäische Bürgerinitiative ist das offizielle Instrument der EU zur politischen Teilhabe von BürgerInnen. Da die formalen Kriterien der EBI gegen Glyphosat nun erfüllt sind, muss sich die EU-Kommission in einem formalen Verfahren den Forderungen der Initiative stellen.  

Europaweit stehen rund 100 Organisationen hinter der EBI gegen Glyphosat. In Deutschland wurden die Unterschriften maßgeblich von Campact, BUND, WeMove, Umweltinstitut München und SumofUs gesammelt.

Erst kürzlich hatte die EU-Kommission bekanntgegeben, eine Wiederzulassung von Glyphosat für weitere zehn Jahre zu planen. Voraussichtlich am 19. Juli 2017 werden die VertreterInnen der Mitgliedsstaaten über die Wiederzulassung diskutieren. Im Herbst könnten bereits die Abstimmung folgen. Die Entscheidung der EU-Kommission muss bis Ende des Jahres fallen, da zu diesem Zeitpunkt die Zulassung von Glyphosat ausläuft.

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