Kreisgruppe Wolfsburg![]() Die Vogelsangwiese früher und heute Hier war die große Vogelsangwiese. Der alte Name sagt es schon: Es war eine mit Hecken durchsetzte Wiese, auf der man dem Gesang der Vögel lauschen konnte: Vogelsangwiese. Dort gab es Sträucher mit Nistplätzen für viele Heckenvögel: Für Goldammer, Nachtigall, Grasmücke und Neuntöter mit Stauden für Schmetterlinge, Schwebfliegen und Bienen, mit Büschen, unter denen sich Igel, Wiesel und Mauswiesel verstecken konnten, mit Hecken, die dem Rebhuhn Schutz und Nahrung boten. Zuerst kam der Acker, dann kam das Gewerbegebiet: Die Stauden, Blumen und Sträucher wurden gerodet, ausgerissen, zerhackt. Die Nester verschwanden im Häcksler. Die Höhlen von Wiesel und Spitzmaus wurde zugewalzt. Der Boden wurde asphaltiert und betoniert. Und was ist geblieben? Einige kümmerliche, zerrupfte Sträucher, ein Rest an Stauden hier, und Beton auf der anderen Seite. Heckenpflanzung als Naturschutz Doch wir wollen nicht klagen und jammern. Wir vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland nehmen die Verantwortung für die uns umgebende Natur selbst in die Hand. Wir pflanzen einen “Grünen Wall“, ein Heckennetzwerk als „grüne Adern“ hier am Rande des Gewerbegebietes · als blühende Frühlingsbringer für Schmetterlinge und Bienen, · als sommerliche Schattenspender, · als herbstliche Früchtespender für Vögel, · als winterlichen Schutz für Winterschläfer und Winteraktive, · als Nistraum für Heckenvögel wie die Goldammer und Mönchsgrasmücke, · als Lebensraum für Kleinsäuger wie Igel, Hermelin und Mauswiesel, Hecken ziehen als lebendige Adern durch die Landschaft. Sie wirken wie ein Lebensnetz; sie verbinden verschiedene Lebensräume wie Wälder und Feldgehölze miteinander. Sie anzulegen, wo sie einst zerstört wurden, ist Naturschutz mit Kopf, Herz und Hand. Heckenpflanzung als Sichtschutz und zur Naherholung Die Neuhäuser sehen zur Zeit auf eine 350 m lange Gewerbehalle (Bauking). Ausgewiesen aber ist das Gewerbegebiet in einer Ost-West-Ersteckung von ca. 1 km. Die Neuhäuser würden also eines Tages auf eine Front von Gewerbehallen von ca. 1000 m Gesamt-Länge blicken. Wir wollen Tausend Sträucher pflanzen, bevor (!) weitere Hallen gebaut werden. Tausend Sträucher, eine Heckenlandschaft als Sichtschutz für die Neuhäuser. Die geplante Heckenlandschaft kann der Naherholung dienen. Sie wird Windschutz gewähren, windgeschützte Sitz- und Beobachtungsplätze aufweisen, Leitlinie für Jogger sein und zur Freude von Spaziergängern und Naturfreunden dienen. Diese Heckenpflanzung dient dem Naturschutz und der Naherholung. Heckenpflanzung als Bürgerprojekt Die Anlage und Pflege von Hecken ist eine der wenigen Beteiligungsmöglichkeiten für Menschen, die Landschaft ihres Heimatraumes aktiv mitzugestalten. Diese aktive Mitgestaltung erzeugt Identifikation und Verbundenheit. Vielen Menschen macht es Freude, einige Heckensträucher oder Bäume zu pflanzen. Dadurch, dass es viele Menschen zur gleichen Zeit tun, sieht man schnell ein beachtenswertes Ergebnis. Es entsteht eine ganze Heckenlandschaft. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sucht 100 freiwillige Helfer, die im Herbst an zwei Samstagvormittagen in drei Stunden etwa 1000 Sträucher pflanzen möchten. Damit dies wirklich zu einem Bürgerprojekt wird, sind zur Mitwirkung/Unterstützung alle örtlichen Vereine und Bürger eingeladen. Heckenpflanzung und Naturerlebnispädagogik Die Grundschule Reislingen-Neuhaus bemüht sich, die Kinder an die Natur heranzuführen. Dazu gehört nicht nur das Lernen im Klassenraum sondern auch die originale Begegnung draußen mit der Natur. Naturbegegnung ist Teil des Schulprofils dieser Schule. Das Kollegium hat sich entschlossen, die räumliche Nähe zu dem Heckenprojekt des BUND wahrzunehmen und sich daran zu beteiligen. So ist ein Element des Schulprofils „Naturbegegnung am Beispiel von Hecken“. Alle Klassen der Grundschule Reislingen-Neuhaus beschäftigen sich im Juni mit dem Thema „Hecken“. Da geht es um Vögel und Säugetiere, um Schmetterlinge und Sträucher, um Lieder, Geschichten und Bastelarbeiten: Um ganzheitliche Annäherung an das Thema. Die Ergebnisse werden in der Burg Neuhaus öffentlich ausgestellt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland wird bei der Heckenpflanzung die spätere Gestaltung eines „Heckenerlebnisplatzes“ berücksichtigen. Das Gelände ist 35 Meter breit. Hier kann man nicht nur eine Hecke pflanzen. Man kann mit einem Abstand dazwischen zwei 8-10 m breite Hecken pflanzen. Und später werden wir in eine der Hecken einen 10 m langen Tunnel schneiden. Dort können Schulkinder und interessierte Erwachsene hindurchgehen. Sie werden spüren: Hier ist es warm, dort ist es kühl. Hier ist es windig, dort ist es windstill. Hier ist es feucht, dort ist es trocken. Hier leben solche Tiere, dort andere. Es wird einen Heckenerlebnisplatz geben, wie er im Umkreis von 100 km einmalig sein wird. In einigen Jahren werden Schulen dort einen einzigartigen außerschulischen Lernort nutzen können, einen Heckenerlebnisplatz. Die Heckenpflanzung dient als Bürgerprojekt dem Naturschutz, der Naherholung und der Naturerlebnispädagogik. Wir vereinigen also drei Anliegen: Naturschutz, Verbesserung der Naherholungsqualität und Naturerlebnispädagogik. Es geht dabei nicht nur um Tiere und Pflanzen, sondern vor allem um Menschen. |
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