Kreisgruppe WolfsburgFrühblüher an der MühlenriedeErste Exkursion des BUND über Frühblüher an der MühlenriedeFünfzehn Teilnehmer fanden sich kürzlich ein zur botanischen Exkursion über Frühblüher mit Herrn Harro Lentge vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Bereits am Treffpunkt machte der Leiter auf die Knoblauchsrauke aufmerksam, die früher auch als Heilpflanze diente und aufgrund ihres Knoblauchgeschmacks eine schöne Beigabe in Salaten ist. Der Weg führte dann ins Hohnstedter Holz, wo die Teilnehmer mit dem Kleblabkraut , den nun schon fast abgeblühten Buschwindröschchen und dem Scharbockskraut bekannt gemacht wurden. Dieses gelb blühende Kraut half in alten Zeiten gegen Skorbut als Folge von Vitaminmangel in den Wintermonaten. Die Gruppe freute sich an der hübschen Sternmiere und entdeckte den Waldmeister, der für eine Bowle nur kurz im Wein wirken darf. Den Höhepunkt der Exkursion bildete die raffinierte Technik der Befruchtung beim Aronstab, der die Insekten mittels Lockstoffen in die Blüte zwingt, aus der er sie erst nach der Befruchtung wieder freilässt. Im Laubmischwald entdeckten die Exkursionsteilnehmer blühend die vierblättrige giftige Einbeere und den Salomonssiegel , im lockeren Auewald die Schlüsselblume, die früher stärker vertreten war. Aufklärung gab es über den Sauerklee, das bittere Schaumkraut und das Moschuskraut. Der Bachnelkenwurz mit seinen gelb-rosa Glöckchen, eine Heilpflanze, - Nelkenöl in der Wurzel bergend, entzückte alle. Der Gundermann mit kleinen blauen Blüten in den Blattachseln, Pfaffenhütchen und Pestwurz am Ufer der Mühlenriede vorkommend, dienten früher als Mittel gegen die Pest. Dieses und vieles mehr gab es zu sehen und zu hören. Als die Teilnehmer das Mühlenriedetal querten, wurde ihnen das BUND-Konzept für dieses Bachtal vorgestellt. Der Bach Mühlenriede zwischen Mörse und Ehmen ist heute ein langweiliges, kanalartiges Gerinne. Ehemals ein lebendiges Gewässer, das vielen Pflanzen und Tieren Lebensraum bot, wurde es durch Begradigung zu einem Regenwasserkanal degradiert. Dies möchte der BUND ändern. Zusammen mit Mörser und Ehmer Bürgern und anderen umweltbewussten Wolfsburgern soll dem in ein Korsett eingezwängten Bach sein alter Bachlauf zurückgegeben werden.: Ein baumgesäumter sich schlängelnder Bachverlauf mit unterspülten Wurzeln der Erlen, in denen vielleicht ein Eisvogel sitzt. Dieser lauert auf Beute, stürzt sich plötzlich ins glasklare Wasser, um mit einem winzigen silbrigen Fisch oder einem Wasserinsekt im Schnabel wieder aufzutauchen. Kinder könnten mit Gummistiefeln im Bach stehen, einen grünen Kescher in der Hand nach einem Bachflohkrebs Ausschau haltend. In der Spätsommersonne könnte man vielleicht beobachten, wie die merkwürdigen Eintagsfliegen über dem Bach tanzen oder verschiedene Libellen von stahlblau bis metallisch-grün über dem Wasser nach Insekten jagen. Noch ist das eine Vision. Aber der BUND verfolgt das Projekt gemeinsam mit dem Umweltamt der Stadt zielstrebig. Dazu sucht er noch Sponsoren und weitere Mitstreiter/innen. Nach dieser lehrreichen Exkursion, für die Herrn Harro Lentge ein ganz herzliches Dankeschön gebührt, erfolgt die nächste Mühlenriede-Aktivität am Samstag den 8. Mai. Dann geht es um die Untersuchung der kleinen Wasserlebewesen im Bach. |
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