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Kreisgruppe Wolfsburg

Bäume und Sträucher des Walds – Exkursion vom 19.07.2008


Hier werden Blattfrottagen erstellt


Eine interessierte Gruppe von Naturfreunden begab sich mit dem Ehepaar Stein auf eine kleine Wanderung beim Gewässeruntersuchungsplatz an der Mühlernriede, um Bäume und Sträucher des Walds kennen zu lernen.
Zur Einführung zeigt Dr. Christoph Stein den Teilnehmern einige Fossilien aus dem westlichen Harzvorland. Es waren über zwei Millionen Jahre alte versteinerte Blätter von Bäumen. Die Aufgabe lautete, während der Wanderung herauszufinden, welche dieser Fossilien Baumarten zeigen, die noch heute bei uns wachsen, und welche von Baumarten stammen, die inzwischen bei uns ausgestorben sind.
Entlang der renaturierten Mühlenriede wanderten die Teilnehmer auf einem glitschigen Pfad durch einen Erlenwald. Sie lernten hier die unverkennbaren Merkmale der Erle kennen: Statt Blattspitzen haben die Blätter vorn eine Eindellung. Zugleich ist die Erle die einzige Laubbaumart, die Zapfen bildet. Auch der Aller bei Wolfsburg haben die Erlen ihren Namen gegeben: Plattdeutsch heißen Erlen Ellern oder Allern. Allern sind Erlen und die Aller ist der (einstmals) von Erlen gesäumte Fluss. Die Erle mag mit ihren Wurzeln im Wasser stehen. Sie verträgt wie kein Baum auch längere Überschwemmungen. Das Erlenholz fault im Wasser nicht. Daher steht die Hälfte von Venedig auf Tausenden von Erlenpfosten.
An einem Haltepunkt wurden Rot- und Weißbuche miteinander verglichen. Was der Laie als Buche bezeichnet, ist die Rotbuche, die 35 m hoch und 300 Jahre alt werden kann. In ihre Zweige ritzten die Germanen Buchstaben ihrer Runenschrift. Für jedes Zeichen benutzten sie einen anderen Buchenzweig, einen „Stab“ der Buche: Jeder so benutzte „Buchenstab“ trugt eine Rune, einen „Buchstaben“. Und viele Buchstaben ergaben ein „Buch“: Buch, Buchstaben und Buche bilden einen Wortzusammenhang.
Zur Auflockerung erzählt Almut Stein auf dem Weg zwei Geschichten: Wie die Erle ihren feuchten Standort gefunden hat und wie die Eiche zu ihren gelappten Blättern gekommen ist.
Zum Schluss der Exkursion nutzen die Teilnehmer die Tische und Bänke des vom BUND angelegten „Gewässeruntersuchungsplatzes“ an der Mühlenriede: Von den Blättern konnte sich jeder Teilnehmer so genannte „Frottagen“, Rubbelbilder herstellen. Diese sehen nicht nur schön aus, sondern ergaben auch einen Bestimmungsbogen für die kennengelernten Bäume und Sträucher. Dies waren: Schwarzerle, Hasel, Holunder, Rotbuche, Hainbuche, Bergahorn, Esche, Eberesche, Winterlinde und Stieleiche. Unter den ausgelegten Fossilien wurden Hainbuche, Rotbuche und Linde erkannt. Sie hatten also schon vor über 2 Millionen Jahren ihre heutige Blattform.



Blätter werden nach Merkmalen sortiert


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