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Kreisgruppe Wolfsburg


Herr Curs am "gläsernen Bienenstock"


Besuch beim Imker. Imkerei gestern und heute.

Im Rahmen des Exkursionsprogramms des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte sich am Samstag, den 7. Juni 2008 ein großer Kreis von Erwachsenen (43) und Kindern (16) im Obstgarten des Imkers Friedhelm Curs und seiner Kollegen in Ehmen eingefunden. Eine Ausstellung des Handwerkszeugs des Imkers war vorbereitet: Stockmeißel, Schutzzeug, Handschuhe und eine Räucherkanne, in der Rainfarn zur Entwicklung von Rauch, der die Bienen beruhigt, verbrannt wird.
Während man früher Bienenkörbe aus Stroh und Kuhdung zur Honiggewinnung verwendete, sind es heute übereinandergestellte Kästen aus Holz oder Styropor. Jeder einzelne Kasten hat eigene Funktionen. Im obersten Kasten befindet sich die Tracht in den Waben, die von den Bienen aus Wachs in einen Holzrahmen hineingebaut und nach der Eiablage gedeckelt werden. Es ist dafür zu sorgen, dass die Königin nicht in diesen Bereich vordringt. Darunter besorgen die Bienen den Wabenbau und die Brutpflege. Sie entscheiden darüber, in welcher Zelle die neue Königin herangezogen wird. Die alte Königin des überwinterten Volkes legt in die leeren Waben je ein Ei ab, bis zu 2 tausend am Tag, bis alle Waben gefüllt sind. Auch die Zahl der männlichen Bienen, der Drohnen, wird vom Volk bestimmt. Die Brutpflegerinnen
besuchen jede Eizelle mehrmals am Tag. Danach werfen die Arbeitsbienen die Drohnen aus dem Stock, die sie bis zur Begattung gefüttert haben, und töten sie.

Die Haupttrachtzeit der Bienen fällt in die Monate Mai bis Juli. Im Juli beginnt bereits das neue Bienenjahr. Um den Honig zu ernten, öffnet man den Deckel des obersten Kastens und entnimmt die Rahmen mit den gefüllten Waben. Die Rahmen werden von den Bienen frei-gefegt, in der Zentrifuge befestigt und geschleudert. Der Honig läuft flüssig durch 3 Siebe heraus und ist sofort verwendbar. Auf keinen Fall darf er erhitzt werden, das würde die wertvollen Inhaltsstoffe zerstören.
Die Sommerbiene lebt ca. 45 Tag. Sie durchläuft mehrere Stadien: zuerst ist sie Stockbiene,
dann Wabenbiene, Futterbiene, Wachbiene, zuletzt Honigbiene. Die Honigbiene setzt dem Blütennektar Fermente zu und spaltet den Nektar in Fructose und Glucose auf.
Jedes überwinterte Volk produziert drei neue Völker oder Schwärme, die den Stock bei zu großer Enge verlassen. Den Schwarm fängt der Imker ein, er ist bis zu 5 Pfund schwer. Durch unterschiedliche Summtöne der Bienen versteht der erfahrene Imker, wie es den Bienen im Stock geht und was sie vorhaben. Vom Flugverhalten erhält er weitere Informationen.
Sehr aufregend wurde es, als die ZuhörerInnen die Kästen besichtigen und die Rahmen mit den vollen Waben anheben, den Honig kosten und das Wachs berühren durften.
Wir danken Herrn Curs und seinen Kollegen sehr herzlich für diese informative, großzügige Veranstaltung.
(Hannelore Künne)


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