Mit 35 Jahren steht man mitten im Leben. Man blickt nach vorn, ist aber auch schon alt genug, um Rückschau zu halten.
Bis 1975 vertrat allein der Deutsche Naturschutzring als Dachverband in Bonn die Stimme der Umwelt. Er verstand sich mehr auf Umweltinformation denn auf politische Konfrontation. Dieses Vakuum rief prominente Persönlichkeiten auf den Plan. Ob Bernhard Grzimek, Robert Jungk, Horst Stern, Frederic Vester, Enoch zu Guttenberg, Hubert Weinzierl oder Gerhard Thielcke: Sie alle waren überzeugt von der Notwendigkeit einer neuen, unabhängigen Organisation, die auf Bundesebene unerschrocken die immer komplexeren Umweltprobleme angeht. 1975 gründen sie im fränkischen Marktheidenfeld den BUND. Nicht nur ich, damals mit 28 Jahren jüngstes Gründungsmitglied, hoffte, dass der BUND bald zur Speerspitze einer basisdemokratischen Umweltbewegung werde. Heute, 35 Jahre später, darf man wohl sagen: Der BUND hat die in ihn gesetzten Hoffnungen erfüllt.