Porträt: Svenja Rubsch, Referentin Mitgliederwerbung und Mitgliederbindung
Svenja Rubsch arbeitet seit 2006 in der Marketingabteilung des BUND. Angefangen hat sie als Trainee im Bereich Fundraising. Seit August 2007 ist sie Referentin für Mitgliederwerbung und Mitgliederbindung. Die gebürtige Hamburgerin hat Anglistik und Biologie mit Schwerpunkt Naturschutz studiert und kam 2004 nach Berlin, um an der Freien Universität ein Zusatzstudium im Fach Wissenschaftsjournalismus zu absolvieren. Die 32-jährige engagiert sich auch ehrenamtlich für den Schutz der Natur und Umwelt: seit zehn Jahren bei Greenpeace, wo sie Seminare über Meere und Wale gibt, und seit 2007 als Pressesprecherin der Internet-Initiative Wikiwoods.
Kaum einer wird morgens mit dem Gedanken aufstehen, heute Mitglied beim BUND zu werden. Trotzdem steigt die Zahl der BUND-Mitglieder stetig. Wie geht das?
Wir haben eine große Zahl von Aktiven vor Ort, die großartige Arbeit leisten und viele Aktionen organisieren, die die Menschen begeistern. Daran sehen wir, dass man im Umweltschutz viel bewegen kann. Aber diese Menschen tun sich eher schwer damit, andere um finanzielle Unterstützung zu bitten. Deshalb arbeiten wir auch mit professionellen Werbeteams zusammen, die auf der Straße nicht nur über unsere Arbeit informieren, sondern auch gezielt um Unterstützung im Rahmen einer Mitgliedschaft bitten.
Wie genau sieht denn Ihre Aufgabe aus bei der Mitgliederwerbung?
Wir arbeiten mit vielen verschiedenen Werbeteams zusammen, die möglichst in allen Bundesländern unterwegs sind, um unsere Landesverbände zu stärken. In den Teams arbeiten meist Studierende, die sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Meine Aufgabe besteht darin, die gesamte Werbung zu koordinieren und in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden die Werbeteams zu schulen, damit sich die Studentinnen und Studenten, die für uns unterwegs sind, auch gut mit unseren Themen auskennen.
Um die Werbeteams gut schulen zu können, sind Sie bestimmt auch manchmal selbst vor Ort am BUND-Stand. Wie sind Ihre Erfahrungen?
Ich habe wirklich Hochachtung vor den Studierenden, die für uns am Infostand stehen. Immer wieder gleich freundlich die Menschen anzusprechen und für den Umweltschutz zu begeistern, das ist keine leichte Aufgabe. Da hört man sicher über den Tag verstreut auch einiges an weniger schönen Kommentaren. Und dennoch habe ich die Erfahrung, dass die Studenten, die diesen Job machen, sehr engagiert und von unseren Zielen überzeugt sind.
Zu Ihren Aufgaben gehört auch die Betreuung der BUND-Projektpatenschaften. Was ist das Besondere an einer Patenschaft?
Der BUND arbeitet ja an einer großen Themenpalette. Wenn man sich nun für ein bestimmtes Projekt interessiert, kann man es mit einer Patenschaft gezielt voranbringen. Patenschaften gibt es bei uns für die Wildkatze, für Alleen und den Schutz der Elbe. Der Betrag, den die Paten bzw. Patinnen spenden, geht zweckgebunden in das entsprechende Projekt, und der Spender bzw. die Spenderin bekommt neben einer Urkunde als Auszeichnung für das Engagement auch regelmäßig Berichte über das Projekt. Solche Patenschaften eignen sich auch hervorragend als Geschenk, denn Pate zu sein – und das heißt Fürsorge und Verantwortung zu übernehmen – erfüllt ja auch mit Stolz.
Haben Sie bei den Patenschaften einen persönlichen Favoriten?
Mein Lieblingsprojekt ist das Alleenprojekt. Ich arbeite dabei sehr eng mit den Landesverbänden Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt zusammen. Gemeinsam mit unseren Paten haben wir inzwischen einiges erreicht. Etliche Bäume wurden schon gerettet und viele neue gepflanzt. Mit dem Alleenprojekt sind wir im Übrigen in den nördlichen neuen Bundesländern sehr präsent, was sich auch auf den Mitgliederzuwachs auswirkt: 2007 ist die Mitgliederzahl in Brandenburg und Sachsen-Anhalt um über 15 Prozent gestiegen, in Mecklenburg-Vorpommern sogar um über 20 Prozent.
Wie man hört, engagieren Sie sich auch ehrenamtlich für Bäume?
Ja, seit 2007 arbeite ich für WikiWoods. Das ist eine Initiative, die es Freiwilligen ermöglicht, sich über das Internet zu vernetzen und vor Ort Bäume zu pflanzen. Im ersten Jahr des Bestehens von WikiWoods haben wir bereits 11.000 Bäume gepflanzt – bisher noch in der Nähe von Berlin, aber wir planen auch deutschlandweite Aktionen. Hilfreich und erfreulich ist dabei, dass wir im Oktober 2008 von der Bundesstiftung Umwelt und vom ZDF mit dem Preis "Mensch und Natur" ausgezeichnet wurden. Der Preis war mit 5.000 Euro dotiert, so dass WikiWoods jetzt richtig durchstarten kann.