Vorgestellt – Rosemarie Kleindl

Porträtaufnahme Rosemarie Kleindl
Rosemarie Kleindl, Leiterin Marketing

80 Prozent der Einnahmen des BUND sind Mitgliedsbeiträge und Spenden – im Jahr 2007 über zehn Millionen Euro, die im Gros dem Natur- und Umweltschutz zu Gute kamen. Mitglieder werben und binden, Spender finden und halten ist die zentrale Aufgabe des Marketing. Rosemarie Kleindl leitet diese Abteilung in der Bundesgeschäftsstelle seit März 2007. Seitdem hat sie mit ihrem Mann Berlin auch als neuen Lebensmittelpunkt gewählt, vorher arbeitete sie in ähnlicher Funktion beim Bund Naturschutz in Bayern. Rosemarie Kleindl ist Betriebs-/Verwaltungsfachwirtin.

Der Jahresbericht 2007 zeigt, dass der BUND mehr Mitglieder und Spender gewonnen hat – woran liegt das?

Dafür gibt es viele Ursachen. Dazu gehört auch, dass in der Presse mehr über Themen zu lesen ist, die man mit dem BUND in Verbindung bringt. Die Menschen sind sensibilisiert, im Marketing muss man das aufgreifen. Deshalb arbeiten wir auch eng mit den Referaten Fach- und Öffentlichkeitsarbeit zusammen. Zudem haben wir unsere Anstrengungen bei der professionellen Mitgliederwerbung verdoppelt und in die Spenderbindung investiert. Wir werden künftig auch das Internet noch stärker nutzen, um neue Mitglieder und Spender zu gewinnen.

Ist das ein komisches Gefühl, Menschen um Geld zu bitten?

Ganz im Gegenteil – es ist ein leichtes, wenn man 100-prozentig hinter dem steht, für das man wirbt. Und das kann ich beim BUND voll und ganz. Allein Spenden und Mitgliedsbeiträge machen unsere Arbeit für den Umwelt- und Naturschutz möglich, denn der Verband hat 1995 in Marktheidenfeld beschlossen, dass Kooperationen mit Konzernen nur unter ganz bestimmten Bedingungen eingegangen werden. Das heißt zwar weniger Einnahmen, aber auch Unabhängigkeit und eine hohe Glaubwürdigkeit.

Ende letzten Jahres gab es den sogenannten Unicef-Skandal. Der Entwicklungshilfeorganisation wurde vorgeworden, Spenden zu verschwenden. Hatte diese Krise auch Folgen für den BUND?

Der Unicef-Skandal hat gezeigt, dass es ein hoch sensibles Thema ist, wie mit Spendengeldern umgegangen wird. Wir haben in der Vergangenheit schon größten Wert auf Transparenz gelegt und werden das auch in Zukunft tun. Aber wir beobachten, dass das Vertrauen der Spender und Mitglieder in den BUND sehr hoch ist. Weniger als ein Prozent der Rückfragen auf Spendenaufrufe gehen darum, wie mit dem Geld umgegangen wird. Dennoch haben wir auch für ein sog. Beschwerdemanagement gesorgt, damit es bei Nachfragen kompetente, gut informierte AnsprechpartnerInnen gibt.

Auch die Datensicherheit ist ein heikles Thema. Was tut der BUND, um dem Missbrauch sensibler Daten von Mitgliedern und Spenderinnen vorzubeugen?

Der Schutz personenbezogener Daten hat beim BUND absolute Priorität. Der Zugriff auf Mitglieder- und Spenderdaten ist innerhalb des BUND auf einige wenige berechtigte Personen beschränkt, die sich zum Datenschutz verpflichtet haben. Alle Dienstleister, die mit dem BUND zusammenarbeiten, wurden vertraglich verpflichtet, die Daten nur entsprechend den Anweisungen des BUND zu verwenden. Die Übermittlung von Daten an unsere Dienstleister erfolgt ausschließlich über eine sichere verschlüsselte Verbindung. Dasselbe gilt wenn Spenden oder Mitgliedsanträge über das Internet zu uns geschickt werden. Alle vom BUND gespeicherten Adressen werden ausschließlich für BUND-Zwecke wie Information, Spendenaufrufe und Lobbyarbeit verwendet. Sie werden nicht an Dritte weitergegeben. Ausführliche Infos zum Thema Datenschutz finden sich übrigens unter www.bund.net/datenschutz.

Was muss man Mitgliedern und Spendern bieten, damit sie uns gewogen bleiben?

In den Spendenaufrufen informieren wir natürlich über unsere aktuelle Arbeit. Dabei versuchen wir, die Vielfältigkeit der Themen darzustellen. Oft bieten wir Mitmachaktionen an. Manche fühlen sich dem BUND besonders verbunden und spenden schon seit vielen Jahren hohe Summen. Diese Großspender informieren wir zusätzlich mit dem Flyer "Spenderzeit", wir machen mit ihnen gemeinsame Exkursionen zu großen Naturschutzprojekten, zuletzt waren wir beim Wildkatzenprojekt im Nationalpark Hainich in Thüringen. Manche entscheiden sich schließlich sogar, den BUND in ihrem Testament zu bedenken.


Das Interview führte BUND-Mitarbeiterin Friederike Otto im April 2009.



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