Vorgestellt – Martina Löw

Porträtaufnahme Martina Löw
Martina Löw, Leiterin Freiwilligenreferat

Martina Löw stammt aus dem Ruhrgebiet und studierte Biologie in Aachen, bevor sie zur Erwachsenenbildung wechselte. Für das Studium der Sozialpädagogik zog sie nach Berlin, das nun seit zehn Jahren ihre Heimat ist. Neben dem Studium war sie hochschulpolitisch aktiv, als AStA-Vorsitzende und Mitglied des Akademischen Senats ihrer Hochschule. Vom Ehrenamtsmanagement bei der Berliner Aids-Hilfe wechselte Martina Löw 2002 zum BUND. In enger Kooperation mit den Landesverbänden baut sie hier das strategische Freiwilligenmanagement des BUND auf.


"Frauen sind die besseren Umweltschützer", liest man immer wieder. Stimmt es, dass Frauen sensibler für Umweltprobleme sind, und eher bereit, ihr Verhalten zu ändern?

Ja. Aus dem einfachen Grund, dass Frauen vornehmlich noch diejenigen sind, die für die Familien einkaufen und sich – in der klassischen Familienkonstellation – öfter Gedanken machen, wie die Kinder aufwachsen sollen. Frauen fragen sich öfter: Was kann ich tun, dass es meinem Kind später gut geht? Selbst bei kinderlosen Frauen registriert man ein höheres Umweltbewusstsein, weil sie mehr als Männer auf ihre Gesundheit achten; und damit auch auf die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, von Textilien oder Haushaltsreinigern.

Warum versucht der BUND, gezielt Frauen für ein ehrenamtliches Engagement im BUND zu gewinnen?

Weil trotz des höheren Umweltbewusstseins Frauen bisher nur 30 Prozent unserer ehrenamtlich Aktiven stellen (mit leicht steigender Tendenz), ein Phänomen, das nicht nur den BUND, sondern auch viele anderen Umweltverbände kennzeichnet. Frauen aber können neue Aspekte in die Umweltarbeit einbringen. Wir versuchen also, unsere Angebote, im BUND aktiv zu werden, so zu kommunizieren, dass sich auch Mädchen und Frauen angesprochen fühlen.

Wie sind Sie selbst dazu gekommen, als Hauptamtliche die ehrenamtlich Aktiven des BUND zu unterstützen? Auf dem Weg übers Ehrenamt?

Nein, über das Hauptamt. Indem ich vorher schon die freiwilligen Helfer der Berliner Aids-Hilfe betreut habe und mich dann auf die Stelle beim BUND beworben habe. Eine gezielte Ausbildung zur Freiwilligenmanagerin gibt es erst seit wenigen Jahren.

Wie sieht Ihre Arbeit konkret aus?

Ganz oft bekomme ich Anrufe oder E-Mails von Gruppen, bei denen es um aktuelle Aktionen des BUND geht. Neben der Klima-Ausstellung, die von BUND-Gruppe zu BUND-Gruppe durch Deutschland tourt, ist das im Moment eine Kampagne zur Wildkatze. Wir unterstützen konkret mit Materialien, z.B. für Aktionen, aber auch für die tägliche Arbeit. Wir versuchen, uns in die BUND-Gruppen hinein zu versetzen, um wirklich nützliche Angebote zu machen. Eine solche Idee sind die "Zehn typischen Fragen und Antworten", ein Faltblatt für die Aktion am Infostand. Wir erarbeiten für die Gruppen außerdem auch Ratgeber – wie zum richtigen Umgang mit der Presse. Ja, und nicht zuletzt gibt es einen eigenen Newsletter und eine eigene Homepage für BUND-Gruppen, die wir täglich aktualisieren.

Was sind aus Ihrer Sicht die Hürden, um auf lokaler Ebene für Natur und Umwelt aktiv zu werden? Und wie können Sie helfen, diese zu überwinden?

Zum einen trifft der, der aktiv werden will, meist auf eine schon bestehende Gruppe und muss sich mit seinen Ideen und Vorschlägen erst einmal Gehör verschaffen. Die zweite Hürde entsteht, wenn ich ein Thema besetzen muss, das vor Ort vielleicht noch kein Thema ist. Statt mich einklinken zu können, habe ich dann erst einmal sehr viel Arbeit vor mir; das schreckt ab. Und die dritte Hürde ist die Sorge vor zuviel Vereinsmeierei. Zielgerichtete Projektarbeit ist heute oft angesagter als die klassische Vereinsstruktur. Meine Aufgabe sehe ich darin, gemeinsam mit den ehrenamtlich Aktiven unsere lokalen Angebote vor Ort so zu gestalten, dass alle Menschen, die sich vorläufig nur kurzfristig engagieren möchten, beim BUND einen passenden Rahmen und viel Unterstützung erhalten.

Das Interview führte BUND-Mitarbeiterin Friederike Otto im Oktober 2008.

 



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