Landesverband Thüringen

Gefährdung – Gipsabbau in der Rüdigsdorfer Schweiz ...

So wie der Gips für die Entstehung dieser Landschaft verantwortlich ist, droht er gleichzeitig zu ihrem Verhängnis zu werden. Naturgips ist ein begehrter Rohstoff der Bauindustrie und nirgendwo auf der ganzen Welt ist Naturgips in vergleichbarer Ausdehnung und Reinheit zu finden, wie in der Gipskarstlandschaft des Südharz.


Steinbruch und Reste des Berges (Foto: Stephan Röhl)


An vielen Stellen haben große Gipskonzerne daher bereits gigantische Krater in die Landschaft getrieben, um das „weiße Gold“ abzubauen. Seit seiner Gründung vor über 10 Jahren kämpft der BUND Thüringen gegen eine Ausdehnung des Gipsabbaus im Zechsteingürtel des Südharzes. Ein fortschreitender Abbau hätte nicht nur die Zerstörung einer einzigartigen Landschaft zur Folge, sondern würde die Entwicklungsperspektiven einer ganzen Region vernichten.

In den letzten zwei Jahren hat sich der Konflikt zwischen den Baustoffkonzernen und der Thüringer Landesregierung auf der einen Seite und den Menschen in der Südharz-Region auf der anderen Seite immer stärker zugespitzt. Noch im Jahr 2001 hatte zwar ein breites Bündnis aus Kommunen, Landkreis, der Land- und Forstwirtschaft, Umweltverbänden und Tourismusbranche vor dem Umweltausschuss des Thüringer Landtages eine weitere Ausdehnung des Gipsabbaus abgelehnt. Dennoch hat die Landesregierung im Jahr 2002 ein bergrechtliches Genehmigungsverfahren zum Gipsabbau am Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz, einem Herzstück der Gipskarstlandschaft, eröffnet. Antragsteller ist die Südharzer Gipswerk GmbH, eine hundertprozentige Tochter von HeidelbergCement AG. In diesem Verfahren geht es praktisch nur noch um die Frage „Wie“ und nicht „Ob“ weiterhin Gips in der Region abgebaut werden soll. Ein Raumordnungsverfahren, welches prüfen würde, ob der Gipsabbau mit einer nachhaltigen Entwicklung in der Region überhaupt verträglich ist, hält die Landesregierung für verzichtbar. Dagegen hält sie am sogenannten „Gipskompromiss“ fest. Dabei handelt es sich um Absprachen zwischen Vertretern der Landesregierung und der Gipsindustrie, bei denen die Industrie Zusagen für den weiteren Abbau erhalten hat.


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