Landesverband Thüringen

Das Südharzer Gipskarstgebiet

Mitten in Deutschland am Südrand des Harzes erstreckt sich ein einzigartiger Lebensraum, die Südharzer Gipskarstlandschaft. Hier verschwinden Bäche unvermittelt zwischen Felsklüften, um an anderer Stelle als Karstquelle wieder hervorzutreten. Hier können ganze Seen plötzlich trockenfallen und innerhalb weniger Wochen wieder Wasser führen. Durch den Einbruch unterirdischer Höhlen und Felsklüfte entstehen Erdfälle und Dolinen, in denen Wiesen und Bäume verschwinden.


Die Hörninger Sattelköpfe bei Woffleben, Thüringen (Foto: Stephan Röhl)


Anders als in den süddeutschen Karstgebieten ist hier nicht Kalk oder Dolomit sondern Gipsgestein für diese Erscheinungen verantwortlich. Da Gips etwa einhundertmal löslicher als Kalk ist, laufen die Prozesse der Verkarstung hier viel schneller ab als in anderen Karstlandschaft. Trockenrasen, Felsen, Schluchtwälder und Höhlen bilden ein Mosaik unterschiedlichster Biotope auf engstem Raum. Die Besonderheiten des Klimas verstärken die Vielgestaltigkeit der Landschaft.


Foto: Stephan Röhl


Im Südharzer Gipskarst treffen die Verbreitungsgebiete kontinentaler Steppenpflanzen mit mediterranen Pflanzen und eurasiatisch-subatlantischen Pflanzenaufeinander. Dazu gesellen sich Eiszeitrelikte, also Pflanzen die in der nacheiszeitlichen Erwärmung nur an kühlen, nordexponierten Felswänden überleben konnten.

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