Landesverband ThüringenAuf leisen Sohlen![]() Noch gibt es sie. Weil sie tagsüber meist schlafen und nachts jagen, bekommt sie kaum jemand zu Gesicht: die Wildkatzen. Sie gehören zu den letzten Raubkatzen Europas. Bis in die jüngste Zeit waren Wildkatzen in den Waldlandschaften Mitteleuropas noch weit verbreitet. Hier haben sie sich entwickelt und Jahrtausende überlebt. Seit einigen Jahrzehnten befinden sie sich jedoch auf dem Rückzug. Offensichtlich haben die Wildkatzen es bisher nicht geschafft, sich an die Bedingungen der modernen Kulturlandschaft anzupassen. Störungsarme Regionen der Mittelgebirge zählen nun zu den letzten Rückzugsgebieten dieser Art. ![]() In einem vom BUND Thüringen mit finanzieller Unterstützung des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (TMLNU) durchgeführten Forschungsprojektes wurden die Ursachen für den Rückzug der Wildkatzen analysiert. Die Wildkatze benötigt großflächig störungsarme Waldlebensräume. Kleine Lichtungen, im Wald verborgene Wiesen und Waldränder mit reichen Heckenstrukturen sind wichtige Elemente ihres Lebensraumes. Bei intensiver forstlicher Bewirtschaftung mit niedrigen Umtriebszeiten und hohem Erschließungsgrad ist eine geeignete Habitatqualität nicht mehr gegeben. Andererseits bleiben viele potentiell geeignete Lebensräume unbesiedelt. Ursache hierfür sind neben Verkehrstrassen ausgeräumte Agrarlandschaften. Die Untersuchungen des BUND Thüringen zeigen, dass schon ausgeräumte Landschaftsstreifen von wenigen hundert Metern Breite die Katzen daran hindern, in andere Reviere zu wechseln. Fest steht: Ohne eine Vernetzung ihrer Restlebensräume und die Möglichkeit zur Ausbreitung haben die Katzen keine Chance. Die Populationen sind zu klein und zu stark isoliert, um den Wildkatzen langfristig das Überleben zu ermöglichen. |
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