Landesverband ThüringenRhöntrasse: eine weitere UmweltbedrohungNaturschutzverbände ziehen an einem StrangErfurt, 17.07.06Erfurt, Meiningen. NABU und BUND haben sich auf eine gemeinsame Vorgehensweise gegen die so genannte „Rhöntrasse“ von Fulda nach Meiningen verständigt. Bei einem Treffen von Landes- und Kreisvertretern der beiden Verbände im thüringischen Meiningen wurde schnell Einigkeit bezüglich der Bewertung des Vorhabens und der gemeinsamen Strategie hergestellt. „Wir werden unsere Kräfte bündeln und das völlig überzogene Straßenbauprojekt verhindern,“ erklärte der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, Dr. Burkhard Vogel. Er zeigte sich angesichts der ersten Kostenzahlen für den Bau der Trasse entsetzt. „Mit Taschenspielertricks wurde das Vorhaben offenbar in den Bundesverkehrswegeplan gehievt“. ![]() Das Werratal vor seiner Zerstörung durch eine 700 Meter lange Brücke. Für den Bau der B87n seien im Bundesverkehrswegeplan 147 Millionen eingestellt und durch die Parlamentarier bestätigt worden. Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen Fulda habe aber bereits im Jahr mit ca. 250 Millionen Baukosten gerechnet. Im vorliegenden Raumordnungsverfahren Walldorf für den ersten Bauabschnitt in Thüringen werde eine glatte Verdopplung der ursprünglichen Kostenschätzung von 16 auf 32 Millionen Euro erwartet. Vogel ist sicher: „Hätte man die tatsächlich zu erwartenden Kosten für das Vorhaben angesetzt, wäre die Trasse wegen zu hoher Kosten und zu niedriger Verkehrseffekte niemals in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden.“ Für Thomas Pohler, Landesgeschäftsführer des NABU Thüringen ist der angestrebte Ausbau als Bundesstrasse besonders gravierend: „Damit wird überregionaler Transitverkehr in die Rhön gezogen. Die Landschafts-zerstörung ist aufgrund der Ausbaustandards gigantisch.“ ![]() Quo vadis Biosphärenreservat Rhön? - Lebensraum oder Betonpiste? Der Bedarf einer mautfreien Querverbindung zwischen A7 und A71 mitten durch die Rhön werde in frage gestellt. Planer rechneten mit 40.000 Fahrzeugen pro Tag, überwiegend Schwerverkehr, der auf der neuen Trasse die Rhön queren solle. Eine solche Blechlawine sei von den empfindlichen Ökosystemen in der Rhön nicht zu verkraften. Scharf kritisierten BUND und NABU die Salamitaktik der Landesregierung. Durch die Aufteilung in einzelne Teilvorhaben sollten die Auswirkungen der Bundesstrasse verharmlost werden. Nach übereinstimmender Einschätzung von BUND und NABU ist diese Vorgehensweise nicht mit europäischem Umweltrecht vereinbar. ![]() Trollblumenwiese - durch die "Trasse" bedroht |
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