Landesverband Thüringen
Newsletter 3/2006----------------------------------------------------------------------------------------BUND Thüringen: Newsletter 3/2006: Vorwort ---------------------------------------------------------------------------------------- Guten Tag, Weihnachten rückt näher, aber der Winter lässt in diesem Jahr auf sich warten. Für Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, ist der Klimawandel in „vollem Gange“. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht inzwischen in der Bekämpfung des Klimawandels „eine der größten Herausforderungen der Menschheit“. In Thüringen ist der Straßenverkehr „Klimakiller Nr. 1“. Statt hier zu handeln treibt die Landesregierung immer neue Straßenbauprojekte voran, wie das Beispiel Rhöntrasse zeigt. Ich wünsche Ihnen auch ohne Schnee ein Frohes und Gesegnetes Weihnachtsfest und Alles Gute im Neuen Jahr! Dr. Burkhard Vogel Landesgeschäftsführer ---------------------------------------------------------------------------------------- BUND Thüringen Newsletter 3/06: Inhalt ---------------------------------------------------------------------------------------- • Atomausstieg selber machen! • Lebendige Werra: Erster Altarm wieder angebunden • Werra: Versalzung stoppen! • Wildkatzengenetik nach Thüringen geholt • Ehrung der ehrenamtlichen Helfer und Schüler im Wildkatzenprojekt • Rhöntrasse: Protestaktion von BUND und NABU in Fulda • Naturstiftung David: Naturschutzrelevante Militärflächen • Aktuelle Finanzierungshinweise: Aktion Mensch • Bewerber für den Bruno H. Schubert-Preis Kategorie Jugendliche gesucht! • Leitfaden für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung • Gesetzesänderungen im Freistaat Thüringen • Praktikum für die Umwelt: Commerzbank • Termine • Impressum ---------------------------------------------------------------------------------------- Atomausstieg selber machen! ---------------------------------------------------------------------------------------- Die vier mächtigsten Energiekonzerne im Land wollen sich von dem Atomkonsens verabschieden, den sie im Juni 2000 gemeinsam mit der damaligen Regierung unterzeichnet haben. Als erstes Unternehmen hat RWE Ende September mit einem Antrag auf Laufzeitverlängerung für den 1975 in Betrieb gegangenen Reaktor Biblis A den Atomkonsens aufgekündigt. Die Aussicht auf Sonderprofite in Höhe von 250 bis 300 Millionen Euro pro Jahr wiegt für RWE schwerer als die Sicherheit und der erklärte Wille der Mehrheit der Bevölkerung. Auch E.on, Vattenfall und die EnBW wollen die zur Stilllegung anstehenden Altreaktoren Brunsbüttel und Neckarwestheim 1 länger betreiben als vertraglich zugesichert. Die Meiler sollen über den nächsten Bundestags-Wahltermin gerettet werden - in der Hoffnung auf eine Regierung, die nach 2009 den Atomkonzernen zu Diensten ist. Der BUND ruft gemeinsam mit vielen Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen dazu auf, den Atomkonzernen die rote Karte zu zeigen! Vollziehen Sie mit ein paar Briefzeilen oder ein paar Klicks im Internet Ihren persönlichen Atomausstieg. So können Sie jetzt gemeinsam mit vielen anderen aktiv werden, damit wenigstens diese Reaktoren stillgelegt werden und der Druck für einen echten Atomausstieg erhöht wird. Die Entscheidung liegt bei Ihnen! Es kostet Sie fünf Minuten. www.atomausstieg-selber-machen.de ---------------------------------------------------------------------------------------- Lebendige Werra: Erster Altarm wieder angebunden ---------------------------------------------------------------------------------------- Noch vor weniger als zwanzig Jahren wurde der letzte Altarm der Werra mit Kraftwerksasche verfüllt und der Flusslauf begradigt. Nun hat sich das Blatt gewendet: im Rahmen des Modellvorhabens „Auenrenaturierung Werra“ wurde erstmals ein Altarm wieder an den Hauptlauf der Werra angebunden! Das Modellvorhaben wurde vom SUA Suhl in Zusammenarbeit mit dem BUND Thüringen durchgeführt und mit einer Veranstaltung am 27. 11. in Lauchröden erfolgreich abgeschlossen. Neben dem Altarmanschluss wurde eine Flutmulde angelegt, entlang des Flusslaufs das Ufer abgeflacht sowie die Eltemündung umgestaltet. Baumpflanzungen am Werraufer in den Mäandern unterhalb der Burgruine Brandenburg waren auch Bestandteil der Maßnahmen. Eine Sonderausgabe der "Werra-Nixe" informiert über das Vorhaben. Die Nixe steht zur Ansicht oder zum Herunterladen im Internet unter: www.living-rivers.de/WERRA/nixe ---------------------------------------------------------------------------------------- Werra: Versalzung stoppen! ---------------------------------------------------------------------------------------- Gemeinsam mit anderen Akteuren hat der BUND sich in den vergangenen Monaten und Wochen für eine lebendige und gegen eine versalzene Werra engagiert. Hintergrund sind Pläne der Firma K&S, eine neue Salzpipeline von Neuhof bei Fulda bis an die mehr als 60 km entfernte Werra zu bauen. Darin sollen die Haldenabwässer der Neuhofer Kalihalde an die Werra transportiert werden. Eine weitere, stärkere Versalzung der Werra wäre dann für viele hundert Jahre - solange würde die Auflösung der Salzhalde durch Niederschläge dauern - vorprogrammiert. Inzwischen regt sich nach den ersten Aktivitäten von Mitstreitern der "Lebendigen Werra" an der gesamten unteren Werra der Widerstand. Nahezu jede Woche gab es Zeitungsmeldungen und Veranstaltungen gegen die Werra-Versalzung. Weitere Informationen im Internet unter: www.living-rivers.de/WERRA/THEMEN/kali sowie www.living-rivers.de/WERRA/THEMEN/salzrohr. ---------------------------------------------------------------------------------------- Wildkatzengenetik nach Thüringen geholt ---------------------------------------------------------------------------------------- Neuer Wissenschaftspartner im Rettungsnetz Wildkatze ist seit 1. Oktober 2006 das Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie mit Phyletischem Museum an der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter Leitung von Prof. Dr. Martin Fischer. Durch die Umstrukturierung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) in Augsburg, dem bisherigen Projektpartner im Projektbereich „Kontrolle“ konnte dort Ende 2005 die Stelle der Genetikerin Dr. Uta-Regina Böhle nicht wie geplant verlängert werden. Dies führte zum Stopp und dem vorzeitigen Aus der genetischen Analysen in Augsburg. Umso größer ist nun die Freude darüber, dass es gelang, die Wildkatzengenetik nach Thüringen zu holen. Durch den Wechsel von Frau Dr. Böhle vom LfU zum Jenaer Institut ist die Kontinuität der bisherigen Arbeiten gesichert. Darüber hinaus können am Institut für Spezielle Zoologie die neuen genetischen Methoden mit einem umfangreichen Schatz an klassisch –morphometrischen Daten aus der Sammlung des Phyletischen Museums kombiniert werden. ---------------------------------------------------------------------------------------- Ehrung der ehrenamtlichen Helfer und Schüler im Wildkatzenprojekt ---------------------------------------------------------------------------------------- Für ihre Mithilfe im Lockstockprojekt im Nationalpark Hainich wurden am 15. November im Behringer Schloss mehr als 40 freiwillige Helfer geehrt. Seit 2005 sind Schüler mehrerer Schulen der Nationalparkregion unter Anleitung von Thomas Mölich und des Nationalpark-Rangers Diethard Böttger auf Katzenhaarsuche im Hainich unterwegs. Unterstützt werden Sie dabei von vier erwachsenen Helfern, die ihre Freizeit den Wildkatzen widmen, sowie von acht Mitarbeitern der Nationalparkwacht, die sich weit über ihre beruflichen Verpflichtungen hinaus für die Wildkatze engagieren. Der Lockstockeinsatz mit Schülern und ehrenamtlichen Helfern im Nationalpark Hainich ist ein Gemeinschaftsprojekt von BUND Thüringen, Europarc Deutschland und Nationalparkverwaltung. ---------------------------------------------------------------------------------------- Rhöntrasse: Protestaktion von BUND und NABU in Fulda ---------------------------------------------------------------------------------------- „Kein Transit durch die Rhön!“ forderten Aktivisten von BUND und NABU aus Thüringen und Hessen in einer gemeinsamen Aktion am 15. November vor dem Straßenbauamt in Fulda. Anlass war die öffentliche Bekanntgabe der Linienführung für die Rhöntrasse von Fulda nach Meiningen durch die Verkehrsminister von Hessen und Thüringen. In der breiten Medienresonanz tauchten durch die Aktion nicht nur die „Jubelberichte“ aus den Ministerien sondern auch die kritischen Stimmen der Umweltschützer auf. Die bevorzugte Variante schneidet genau durch das Herz der Rhön. Die hochsensiblen Naturräume im Biosphärenreservat werden dabei ebenso wenig verschont, wie die gewachsenen Beziehungen zwischen den Dörfern und dem Umland. Dabei wirkt die neue Bundesstrasse wie ein Bypass, der Schwerverkehr von der A 7 quer durch die Rhön auf die A 71 und weiter nach Osten leitet. Durch die geplante Trassenführung werden bei gefährdeten Arten wie dem Schwarzstorch oder dem Roten Milan die Beziehungen zwischen Brutgebieten und Futterflächen unterbrochen. Ebenso ist der Verbund landwirtschaftlicher Betriebe mit ihren Weideflächen in Gefahr. Die offizielle Karte der Gesamttrasse kann man sich auf der Internetseite des BUND Thüringen ansehen (unter „Rettet die Rhön“). ---------------------------------------------------------------------------------------- Naturstiftung David: Naturschutzrelevante Militärflächen ---------------------------------------------------------------------------------------- Mit der Versendung des ersten Informationsbriefes startete die Naturstiftung David ihr Infonetzwerk „Naturschutz & Militär“ im November 2006. Schwerpunkte des Briefes sind der Stand der Sicherung des Nationalen Naturerbes und die Fortschritte in der Umsetzung des Koalitionsbeschlusses zu den 125.000 ha Naturschutzflächen. Momentan zeichnet sich hier ein Tauziehen zwischen Bund und Ländern um die Übertragungskriterien ab. Dabei stehen insbesondere die mit den Flächen verbundenen Personalkosten und naturschutzfachliche Kriterien im Mittelpunkt der Diskussion. Die Naturstiftung David setzt sich gemeinsam mit den Umweltverbänden für strenge Übertragungskriterien der Naturerbeflächen ein, um die bestmöglichen Ziele für den Naturschutz zu erreichen. Den Informationsbrief können Sie unter www.naturgebiete.de herunterladen. ---------------------------------------------------------------------------------------- Aktuelle Finanzierungshinweise: Aktion Mensch ---------------------------------------------------------------------------------------- Unter www.diegesellschafter.de können derzeit über einen Projektfond der "Aktion Mensch" auf unbürokratischem Weg Fördermittel bis zu 4000 € für Projekte mit Inhalten zu Umwelt und Gerechtigkeit beantragt werden. ---------------------------------------------------------------------------------------- Bewerber für den Bruno H. Schubert-Preis Kategorie Jugendliche gesucht! ---------------------------------------------------------------------------------------- Der Bruno H. Schubert-Preis zeichnet wissenschaftliche Leistungen und deren praktische Umsetzung auf dem Gebiet des Natur- und Umweltschutzes aus. In der Kategorie 3 sollen die Preisträger junge Menschen (Höchstalter 25 Jahre) oder Gruppen mit jungen Menschen sein, die sich durch ihre praktische Arbeit, auch auf wissenschaftlicher Grundlage und/oder Zielsetzung um die Erhaltung der Natur und Umwelt verdient gemacht haben. In dieser Kategorie sind offenbar immer relativ wenige Vorschläge vorhanden.Der Preis kann geteilt werden. Infos und Bewerbungen unter www.bruno-h-schubert-stiftung.de. ---------------------------------------------------------------------------------------- Leitfaden für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung ---------------------------------------------------------------------------------------- 15 deutsche Umwelt- und Natuschutzverbände haben den „Leitfaden für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung“ herausgegeben. Das Vorhaben wurde vom Bundesumweltministerium und vom Bundesamt für Natuschutz (BfN) gefördert. Der Leitfaden kann bezogen werden unter: bonn@euronatur.org oder als Download unter www.euronatur.org (Umweltpolitik/Flächenverbrauch) ---------------------------------------------------------------------------------------- Gesetzesänderungen im Freistaat Thüringen ---------------------------------------------------------------------------------------- Der Thüringer Landtag hat in seinem Gesetz- und Verordnungsblatt zwei umweltrelevante Gesetzesänderungen veröffentlicht: Am 7. September erschien die Neubekanntmachung des Thüringer Gesetzes für Natur und Landschaft und am 19. Oktober das Thüringer Umweltinformationsgesetz. Das Gesetz- und Verordnungsblatt kann bei der Verwaltung des Thüringer Landtages, Jürgen-Fuchs-Str. 1, 99096 Erfurt, Tel: 0361-3772073 oder Fax: 0361-3772016 bezogen werden. ---------------------------------------------------------------------------------------- Praktikum für die Umwelt ---------------------------------------------------------------------------------------- Die Commerzbank und Europarc Deutschland bieten Studenten aller Fachrichtungen Praktikumsplätze in allen deutschen und einem tschechischen Nationalpark. Unter www.praktikum-fuer-die-umwelt.de kann man sich bis zum 7. Januar bewerben. ---------------------------------------------------------------------------------------- BUND Thüringen Newsletter 03/06: Termine ---------------------------------------------------------------------------------------- Öko-Backstube auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt: 27. November – 22. Dezember 2006. Backen Sie mit uns Ihre Weihnachtsplätzchen aus ökologischen Zutaten oder kommen Sie auf einen Bio-Apfelglüh bei uns vorbei. Anmeldung und Informationen unter Tel: 0 36 43 / 437-107 Thüringer Ökolandbau-Fachtagung 2006 / 07, Schwerpunkt Pflanzenbau: 23. Januar. Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) / Jena Thüringer Ökolandbau-Fachtagung 2006 / 07, Schwerpunkt Tierhaltung /-zucht: 28. Februar. Fachschule für Agrar- und Hauswirtschaft / Stadtroda Landesmitgliederversammlung des Thüringer Ökoherz e.V.: 03. März. Landgut Holzdorf / Holzdorf b. Weimar Infos unter www.oekoherz.de oder Tel. 0 36 43 / 437-128 ---------------------------------------------------------------------------------------- Beiträge und aktuelle Termine für den nächsten BUND-Newsletter bitte bis zum 1. März 2007an die Landesgeschäftsstelle des BUND Thüringen, Trommsdorffstr. 5 in 99084 Erfurt, oder per e-Mail an: bund.thueringen@bund.net ---------------------------------------------------------------------------------------- IMPRESSUM Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Thüringen e.V. (BUND Thüringen) Trommsdorffstrasse 5 99084 Erfurt TEL: 0361/55503-10 FAX: 0361/55503-19 http://www.bund.net/thueringen Herausgeber: Dr. Burkhard Vogel Redaktion: Dr. Burkhard Vogel (verantwortlich), Sabine Jantschke BUND Thüringen Newsletter abonnieren oder abbestellen: bund.thueringen@bund.net |
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