Landesverband Thüringen

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Newsletter Nr. 4/04

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BUND Thüringen Newsletter 04/04: Vorwort
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Liebe Freunde der Erde,

Das BUND-Jahr 2004 zeigt erneut: Der beharrliche Einsatz für Umwelt und Naturschutz lohnt sich! Das Heckenrodungsgesetz und die drohende Ausweitung des Gipsabbaus im Südharz sind vom Tisch. Für eine Lebendige Werra haben wir in diesem Jahr ebenfalls viel erreicht. Und wir haben begonnen, gemeinsam mit unseren Freunden in Hessen und Bayern und mit Unterstützung des Bundesverbandes ein Rettungsnetz für die Wildkatze zu
knüpfen.
Die Bilanz dieses Jahres für Natur- und Umweltschutz in Thüringen ist aber nicht nur positiv. Die Sicherung des „Grünen Bandes“ droht an Kleinstaaterei und Bürokratismus zu scheitern.
Nach der Landtagswahl wurde die Naturschutzabteilung im Umweltministerium aufgelöst, die finanzielle Unterstützung der
Naturschutzverbände wird gekürzt werden. Planungen für eine große Bundesstrasse mitten durch das Biosphärenreservat Rhön werden wieder aus der Schublade geholt. Hier wie überall werden die Forderungen in Wirtschaft und Politik zur Aufweichung von Umweltstandards immer lauter. Als Freunde der Erde sind wir immer wieder gefragt, der Illusion vom unbegrenzten Wachstum mutig und engagiert entgegen zu treten. Ob in der Hohen Schrecke, im Südharz oder in der Rhön, wir müssen Politik und Gesellschaft davon überzeugen, dass eine lebenswerte Zukunft für die Menschen untrennbar mit dem Schicksal ihrer Umwelt verbunden ist.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für das Neue Jahr!

Dr. Burkhard Vogel
Landesgeschäftsführer

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BUND Thüringen Newsletter 04/04: Inhalt
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Lebendige Werra zum Modell-Projekt gekürt

Stillstand am Grünen Band

Am Grünen Band startet ein neues Projekt

Grünes Band Europa wird geknüpft

Eröffnung des Wildkatzenbüros und Schülerprojekt „Wildkatze“

Stopp der Rhöntrasse

Novellierung des Thüringer Naturschutzgesetzes

Aktionen zur „Lärm-Tour“

Termine

Impressum

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Lebendige Werra zum Modell-Projekt gekürt
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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wählt in jedem Quartal eine vorbildliche Renaturierungsmaßnahme an einem Fließgewässer aus. Im November wurde dies das Auenrenaturierungsprojekt an der Werra: Zehn Kilometer des Flusses werden der Natur zurück gegeben. Das Projektgebiet liegt westlich von Eisenach zwischen Sallmannshausen und Göringen. Auf großen
Teilen der Uferstrecke wird ein Galerie-Auwald entstehen, Steinschüttungen am Ufer sollen entfernt werden. Ein Altarm von 800 Meter Länge wird wieder an die Werra angebunden. Zwei Wehranlagen werden so umgebaut, dass das Gewässer durchgängig für Fische wird. Die Umwandlung von landwirtschaftlichen Flächen gibt dem Fluss Überschwemmungsbereiche zurück und stellt eine ökologische Hochwasservorsorge dar. Die renaturierten Flächen können Rückzugsgebiete für Wachtelkönig und Kiebitze werden. Von diesen Maßnahmen profitieren auch Wasseramsel, Flussuferläufer und Eisvogel.

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Stillstand am Grünen Band
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Die Umsetzung des Flächenangebots der Bundesregierung stockt weiterhin, da sowohl die Länder als auch das Bundesfinanzministerium immer wieder neue Hürden aufbauen. Aufgrund dieses Stillstandes bei der Flächenübertragung hat der BUND die Initiative ergriffen und mit der Unterstützung von sieben weiteren Naturschutzverbänden und -stiftungen ein gemeinsames Verbändeschreiben an die jeweiligen Ministerpräsidenten der beteiligten Bundesländer und an Bundesfinanzminister Eichel gerichtet. Gegenüber dem Bundesfinanzministerium machte der BUND deutlich, dass alle Flächen im Bundesbesitz im Grünen Band in die unentgeltliche Flächenübertragung einbezogen werden müssen. Insgesamt beträgt der Anteil der Bundesflächen im Grünen Band etwa 10.000 Hektar.
Der BUND fordert von den Ländern, dass diese grundsätzliche ihre Zustimmung zur Erhaltung des Grünen Bandes durch einen Regierungsbeschluss (wie in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern) festigen und die Übertragung der Mauergrundstücksflächen zeitnah beim Bundesfinanzminister beantragen. Für alle übertragenen Flächen muss eine dingliche Sicherung für den Naturschutz erfolgen.

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Am Grünen Band startet ein neues Projekt
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Der BUND Thüringen hat mit Unterstützung des Freistaats Thüringen zwischen Grünem Band und Pfersbach eine Ackerfläche gekauft, die mitten im Lebensraum der Wanstschrecke liegt. Im ehemaligen Grenzgebiet gibt es ein Vorkommen von mehreren Tausend Individuen. Sie ist eine von mehreren Arten, die es in Thüringen nicht gäbe, würde man auf den Schutz des Grünen Bandes verzichten. Mit einem Schülerprojekttag startete das neue Projekt. Auf einer ehemaligen Ackerfläche wurde gemäht, am angrenzenden Graben Teilbereiche des Ufersaums aufgelichtet. Ziel ist es, die Lebensraumbedingungen für die in Thüringen vom Aussterben bedrohte Wanstschrecke und andere seltene und gefährdete Arten zu verbessern.

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Grünes Band Europa wird geknüpft
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Die Idee eines „Grünen Bandes“ wird international! Anfang September wurde auf einer Konferenz in Ungarn von allen 22 Anrainerstaaten beschlossen, das „Grüne Band Europa“ vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer zu knüpfen. Dort wo der Eiserne Vorhang Europa mehr als 40 Jahre lang trennte, hat er für die Menschen auf seiner ganzen Länge eine verbotene Zone geschaffen. Den in ihm liegenden Lebensräumen wurde damit eine Atempause gegeben. Daher finden sich heute entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs viele wichtige, weitgehend ungestörte Ökosysteme Europas. Das Grüne Band Europa sei „eine historische Chance mit weitreichender Bedeutung für den Naturschutz und die Menschen in einem zusammenwachsenden Europa“ so Prof. Hartmut Vogtmann, Präsident des BfN.

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Eröffnung des Wildkatzenbüros und Schülerprojekt „Wildkatze“
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Mitte Oktober wurde in Behringen das Wildkatzenbüro als Koordinationsstelle des Hessen, Bayern und Thüringen übergreifenden Projektes eröffnet. Im Wildkatzenbüro, Hauptstraße 97, 99947 Behringen, Tel.: 036254/85962, Fax: 036254/85964, E-Mail: wildkatze@bund.net können Interessierte von nun an weitere Informationen zum Projekt "Rettungsnetz Wildkatze" erhalten.
Im Rahmen einer Seminar-Facharbeit von Schülern des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Lengenfeld bei Mühlhausen soll geklärt werden, ob Wildkatzen wie vermutet die B84 bereits überschritten haben und schon am Beginn des geplanten Korridors „warten“. 50 sogenannte Lockstöcke, mit deren Hilfe man Katzenhaare gewinnen kann, werden derzeit von den Schülern angefertigt und sollen Ende Dezember im Bereich des geplanten Korridors Hainich-Thüringer Wald ausgebracht werden.

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Stopp der Rhöntrasse
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Mit einer rund 65 km langen Bundesstrasse durch die Rhön soll eine Verbindung zwischen den beiden Nord-Süd-Autobahnen A71 und A7 geschaffen werden. Damit würde nicht nur die Verkehrsbelastung steigen sondern auch der sanfte Tourismus, der sich in den letzten Jahren in der Rhön zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor entwickelt hat, massiv geschädigt werden. Von der Trasse massiv betroffen sind außerdem Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitatgebiete von europäischem Rang. Auf massive Kritik des BUND Thüringen stößt die „Salamitaktik“ der zuständigen Behörden bei den Planungen zum Bau der Trasse. Durch die Anordnung von drei angeblich voneinander unabhängigen Raumordnungsverfahren sei eine Beurteilung der Gesamtauswirkungen der Trasse auf den einheitlichen Natur- und Wirtschaftsraum Rhön unmöglich.
Am 14.01.2005 wird es in Fulda ein Treffen zwischen BUND und den beteiligten Bürgerinitiativen dazu geben. Interessierte sind herzlich aufgefordert daran teilzunehmen.

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Novellierung des Thüringer Naturschutzgesetzes
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Mitte Oktober wurde durch das Umweltministerium der Entwurf zur Umsetzung von Neuregelungen im Bundesnaturschutzgesetz und zu weiteren Änderungen des Thüringer Naturschutzgesetzes erstmals im Rahmen des Beteiligungsverfahrens öffentlich. Das bestehende Thüringer Naturschutzgesetz soll „entschärft“, das Mitspracherecht der Naturschutzbeiräte eingeschränkt werden. Vor allem ergibt sich ein wesentlicher Änderungs- und Ergänzungsbedarf bei den Regelungen zum Biotopverbund hinsichtlich der Konkretisierung geeigneter Elemente zum Aufbau des Biotopverbundes, der zeitlichen Umsetzung und der rechtlichen Sicherung.
Stellungnahmen des Thüringer Landesnaturschutzbeirates und des BUND Thüringen finden Sie unter www.bund.net/thueringen in der Rubrik „Service“.

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Lärm-Aktionstour des BUND Thüringen
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Im November 2004 startete der BUND eine Kampagne „Einfach zu laut! Aktiv gegen Lärm“ gegen die zunehmende Verlärmung der Umwelt. Christine Melzer und Bernd Holfeld aus der Landesgeschäftsstelle organisierten verschiedene Aktionstage in Thüringer Städten. In der Eisenacher Innenstadt wurde eine Lärmumfrage unter Passanten durchgeführt, in Weimar konnten sich interessierte Bürger an einem Informationsstand über Lärm, gesundheitliche Folgen und alternative Verkehrskonzepte aufklären lassen.
Besonders positiv war die Resonanz in Wasungen. Hier fühlen sich fast alle Bürger gestört durch die stark befahrene B19, die sich quer durch den Ort zieht. Zusammen mit der lokalen Bürgerinitiative riefen wir dazu auf, eine halbe Stunde lang lauter als die Bundesstraße zu sein - kein leichtes Unterfangen, denn der Schwerverkehr im Ort bringt es auf immerhin 97,3 Dezibel, was 30 dB über dem empfohlenen Grenzwert liegt. Doch die Wasunger ließen uns nicht im Stich. Etwa 80 Betroffene verhalfen der Aktion zu Erfolg. Mit Tröten, Hupen, Trommeln und Pfeifen schafften es die Beteiligten auf knapp 108 Dezibel. Dieses Signal müssten doch auch endlich die Behörden gehört haben!
Im Januar wird der Kampf um intelligente Lärmschutzkonzepte, verkehrsberuhigte Zonen, Temporeduzierungen, Nachtfahrverbote für LKWs und sinnvolle Lösungen zum Verhindern eines Verkehrsinfarktes fortgesetzt. Dann macht die Aktionstour Station in Erfurt und Jena.

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BUND Thüringen Newsletter 04/04: Termine
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14.01.05
Treffen von BUND und Bürgerinitiativen gegen den Bau der Rhöntrasse.
Zeit: 17.00 Uhr, Ort: Fulda, Kontakt: BUND Landesgeschäftsstelle unter 0361-5550310

15.01.05
Tierplastiken aus Papier. Wir gestalten das Tier des Jahres, den Uhu. Ein Angebot für Kinder.
Zeit: 14.00 Uhr, VHS Meiningen, Kontakt: BUND Geschäftsstelle Meiningen unter 03693-42012, Anmeldung erwünscht!

29.01.05
Workshop „Wie motiviere ich andere zu ehrenamtlicher Mitarbeit?"

04.02.05
Balance oder Zerstörung, Ökosoziale Marktwirtschaft als Schlüssel zu einer weltweit nachhaltigen Entwicklung. Gastreferent: Prof. Dr. F.J. Radermacher (Mitglied im „Club of Rome“), gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Kunst- und Kulturverein e.V. Zella-Mehlis.
Zeit: 19.00 Uhr, Ort: Cultur– und Congresszentrum Suhl (CCS) Bankettsaal

15.02.05
Wissenswertes über heimische Speisepilze, Diavortrag von und mit Pilzberater Peter Bauer.
Zeit: 19.30 Uhr, Ort: Städtische galerie ada Meiningen

19.03.05
Obstgehölze richtig schneiden, Praxisseminare zum Baumschnitt.
Zeit: 10.00 Uhr, Treffpunkt: Meiningen, Welkershausen Nr.16 bei Familie Seidel

23.04.05
Landesversammlung des BUND Thüringen

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Beiträge und aktuelle Termine für den nächsten BUND-Newsletter bitte bis zum 11.03.2005 an die Landesgeschäftsstelle des BUND Thüringen, Trommsdorffstr. 5, 99084 Erfurt, oder per e-Mail an zivi@bund-th.net
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IMPRESSUM

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Landesverband Thüringen e.V. (BUND Thüringen)
Trommsdorffstrasse 5
99084 Erfurt
TEL: 0361/55503-10
FAX: 0361/55503-19
http://www.bund.net/thueringen

Herausgeber: Dr. Burkhard Vogel
Redaktion: Dr. Burkhard Vogel (verantwortlich), Sabine Jantschke, Alexandra Schubert, Bernd Holfeld

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