Ein Rettungsnetz für die Wildkatze

Wildkatzen stehen zwar unter Schutz, dennoch ist ihr Überleben bedroht. Wie für viele Tier- und Pflanzenarten unserer Heimat ist die voranschreitende Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege und Bauprojekte auch für Wildkatzen ein großes Problem. Ihre letzten Waldlebensräume liegen verstreut wie Inseln im Meer. Deshalb arbeitet der BUND am Rettungsnetz Wildkatze. Das Ziel: die länderübergreifende Vernetzung von Wildkatzenwäldern.

Rettungsnetz für die Wildkatze: Wildkätzchen, Foto: Thomas Stephan

Das Projekt "Ein Rettungsnetz für die Wildkatze" wurde 2007 gestartet und hat seitdem vier Schwerpunkte:

Korridore

Im Teilprojekt Korridor sollen grüne Korridore Waldinseln miteinander verbinden. Der erste Korridor war die 20 Kilometer lange Verbindung des thüringischen Nationalparks Hainich mit dem Thüringer Wald. Hier arbeitete der BUND gemeinsam mit Landesbehörden, Verbänden und Landnutzern an dem 50 Meter breiten Waldstreifen Auch in Niedersachsen und Reinland Pfalz entstehen Korridore als Pilotprojekte.

Kartierung

Biologen und Planer arbeiten an einem länder-übergreifenden Biotopverbundkonzept – dem Wildkatzen-Wegeplan. Dieser dient als Grundlage, um Vernetzungsprojekte in Abstimmung mit Behörden, Landnutzern und Verbänden sinnvoll umzusetzen. Er wurde in seiner ersten Auflage im September 2007 vorgestellt und wird seit dem regelmäßig aktualisiert.

Straßen zerschneiden den Lebensraum der Wildkatze, Autobahnkreuz, Foto: Thomas Stephan
Der Mensch zerschneidet Lebensräume
Im Wald fühlt sich die Wildkatze zu Hause, Foto: Thomas Stephan
Im Wald fühlt sich die Wildkatze zu Hause

Kontrolle

An verschiedenen Stellen locken Holzpflöcke mit Duftködern aus Baldrian und Katzenminze Wildkatzen an. Reiben sich die Katzen an den Stöcken, bleiben Haare am rauen Holz hängen. Diese wertvollen Proben werden im Labor untersucht. Dabei wird aus den Haaren die Erbsubstanz herausgelöst, vermehrt und analysiert. Die Ergebnisse erlauben die sichere Unterscheidung zwischen Haus- und Wildkatze. Mehr...

Kommunikation

Ein solches Vorhaben kann nur gelingen, wenn auch ein Netz zwischen Mensch und Natur gespannt werden kann. Das Projekt Rettungsnetz Wildkatze versteht sich als ein offenes Netzwerk von Menschen, die sich am Beispiel der Wildkatze für das Naturerbe einsetzen. Um die Erfolge des Rettungsnetzes fortführen zu können, startete am Januar 2010 eine große Informationskampagne: Mit Ausstellungen, Erlebnispfaden, Pflanztagen, Ortsterminen für Entscheidungsträger und vielem mehr zeigt sie, wie wichtig die Vernetzung von Lebensräumen für die Bewahrung der biologischen Vielfalt ist. Das Projekt "Biotopvernetzung – Netze des Lebens" wird mit EU-Mitteln im Rahmen des Programms LIFE+ gefördert.

Mehr Informationen



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Wildkatzen-Rundbrief

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Das Projekt "Biotopvernetzung – Netze des Lebens" wird mit EU-Mitteln im Rahmen des Programmes LIFE+ gefördert.

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