"Wilde Felis" – die Geschichte einer Wildkatze nicht nur für Kinder

Ein Screenshot aus dem illustrierten Hörbuch von der "Wilden Felis".

"Haben Sie etwas mit Wölfen zu tun?" Wer hätte gedacht, welche Dynamik solch eine Frage auslösen kann: Während einer Zugfahrt hatte die Kinderbuchautorin Rusalka Reh nach einem anstrengenden Termin gehofft, etwas Ruhe zu finden; sie war eigentlich nicht auf ein Gespräch aus. Doch dann ließ ihr die Lektüre der Dame gegenüber selber keine Ruhe und sie fing – von sich aus – ein Gespräch an und fragte: "Haben Sie etwas mit Wölfen zu tun? Ich finde diese Tiere sehr spannend!" Wölfe waren es nicht, aber Wildkatzen, über die die BUND-Mitarbeiterin auf ihrer Heimfahrt da las. Rusalka Reh war sofort Feuer und Flamme und ließ sich viel erklären über das große BUND-Projekt zur Rettung der bedrohten Katzen. Am Ende war ihre Begeisterung so groß, dass sie helfen wollte. Und wie sonst kann eine Schriftstellerin besser helfen als mit einer Geschichte.

Auch andere Leute hörten von dem Projekt und boten ihre Unterstützung an: Der professionelle Sprecher Uve Teschner hat den Charakteren Stimmen verliehen und die Geschichte eingelesen. Der südafrikanische Zeichner Luan Serfontain hat Felis, Silver, Muriel und den anderen "HauptdarstellerInnen" ein Gesicht und einen Körper gegeben und sie gezeichnet.

Und nun ist es fertig – das illustrierte Hörbuch von der "Wilden Felis". Jetzt angucken!

Wilde Felis als MP3-Datei (34 MB) herunterladen

Der BUND dankt allen Beteiligten, die großartige Arbeit geleistet haben, um dieses Projekt zu einem so guten Ende zu führen. Das Ergebnis kann sich hören und sehen lassen. Viel Spaß dabei!

Wildkatzen sind keine Hauskatzen

Die Geschichte hat einen ernsthaften Hintergrund. In den letzten Jahren passiert es immer häufiger, dass Waldspaziergänger im Frühjahr auf scheinbar verlassene Katzenjunge stoßen. In dem festen Glauben, etwas Gutes zu tun, nehmen sie die Kleinen mit nach Hause. Sehr bald merken sie, dass hier etwas nicht stimmt. Das süße Katzenbaby benimmt sich sehr merkwürdig und will sich partout nicht zähmen lassen.

 

Diese Wildkatzenbabys sind nicht alleine, Foto: Thomas Stephan
Diese Wildkatzenbabys sind nicht alleine

Meist sind in solch einem Fall Experten notwendig um herauszufinden, dass es sich anstatt einer verwaisten Hauskatze um eine echte Wildkatze handeln könnte. Diese sind gräulich-braunen Hauskatzen sehr ähnlich. Hat der Schwanz schwarze Ringe und ist die Zeichnung der Flanken verwaschen gezeichnet, könnte es sich auch um eine Wildkatze handeln.

Neugierige Wildkätzchen

Die Hauptwurfzeit der Wildkatzeist im April/ Mai. Zwei bis vier Junge bringt ein Muttertier meist zur Welt, die in trockenen Baum- und Wurzelhöhlen, Felsspalten, Dachs- und Fuchsbauten oder Holzstapeln abgelegt werden. Nach etwa acht Wochen verlässt der Nachwuchs das Nest um die Welt um sich herum zu erkunden. Während ihrer Jagd nach Mäusen, lässt die Kätzin die Jungen manchmal über mehrere Stunden alleine. Die Kleinen sind, wie alle Tierkinder, sehr neugierig und bleiben nicht immer in ihrem Versteck.

In bekannten Wildkatzengebieten gilt daher: Im Wald gefundene und scheinbar verlassene Jungkatzen sollten unbedingt dort gelassen werden, wo sie sind. Man sollte sie keinesfalls anfassen und vom Fundort entfernen, damit das Muttertier ungestört zu seinen Jungen zurückkehren kann!



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