Darüber hinaus gibt es im Menschen ein fatales Selbstbewusstsein, mit allem doch irgendwie fertig zu werden. Und sei es unter geradezu irrsinnigen Opfern. Wir meinen, auch in einer Welt ohne Vögel, ohne Blumen, ohne Waldspaziergänge, ja, zur Not auch ohne Sonnenaufgänge, ohne den Wechsel von Tag und Nacht überleben zu können. Wir glauben daran, uns allem anpassen zu können. Aber welchen Preis zahlen wir?! Wie wenig Dankbarkeit gegenüber unserer Erde, die uns mit ihrer Vielfalt nährt und schützt und hervorgebracht hat! Wie wenig Verantwortungsbewusstsein und Liebe, auch gegenüber unseren Kindern, die in einer Welt leben müssen, die wir ihnen gestalten.
Leider hat in der Geschichte die Vernunft noch nie die Kraft besessen, große gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Immer war das erst als Reaktion auf Katastrophen möglich oder auf nicht mehr zu ertragende Unmenschlichkeiten. Immerhin hat es ein Teil der Welt geschafft, sich dadurch in Staaten mit einer demokratischen Grundordnung zu organisieren. Wenn ich mir aber diese Gesellschaften genauer betrachte, sehe ich die schönen Werte der Demokratie durchtränkt von einer versteckten Rücksichtslosigkeit der Besitzenden gegenüber den Besitzlosen, einer überheblichen Zerstörungswut gegenüber der gesamten Tier- und Pflanzenwelt und einer leider wachsenden feindseligen Distanz zwischen den Kulturen und Religionen.