Feinstaubbekämpfung in Theorie und Praxis

Rauchabzugskasten. Foto: © Fionn Große / PIXELIO
Knopf drücken und weg damit - Wenn es doch so einfach wäre mit dem Feinstaub. © Fionn Große / PIXELIO

Neben der Industrie ist der Verkehr Hauptverursacher für die gefährliche Feinstaubbelastung. Beim Verbrennen von Dieselkraftstoff gelangen ultrafeine Rußpartikel in die Luft.

Seit Januar 2005 gelten neue EU-Feinstaubgrenzwerte: Im Jahresmittel darf eine Konzentration von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschritten werden und nur an 35 Tagen ein Wert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Bei Überschreitung sind von der zuständigen Behörde Luftreinhaltepläne zu erstellen. Diese müssen Aussagen über Art, Ursprung und Beurteilung der Verschmutzung sowie über ergriffene, beschlossene und geplante Maßnahmen zur Einhaltung des Grenzwertes enthalten.

 

Das Gesetz in der Praxis – Versagen auf der ganzen Linie

Nach einem fulminanten Start mit riesigem Medieninteresse im Frühjahr 2005 herrscht mittlerweile vielfach Stagnation und Lähmung bei der Feinstaubbekämpfung in den Kommunen. Viele Luftreinhaltepläne beinhalten pure Worthülsen ohne konkrete Maßnahmen. Seit Anfang 2008 schützen nun endlich die ersten Umweltzonen die Innenstädte vor den feinen Rußpartikeln aus Dieselfahrzeugen. Mehr…  

 

 

Gerichte stärken Feinstaub-Betroffene

Anwohner müssen vor Feinstaub geschützt werden - dies hat das Bundesverwaltungsgericht in einem Urteil im September 2007 bekräftigt. Städte und Gemeinden müssen sofort handeln! Auch der Europäische Gerichtshof stärkt die Betroffenen und stellte in einem Urteil im Juli 2008 klar: Betroffene haben das Recht, die Erstellung von Aktionsplänen einzuklagen. In der Folge werden nun sicher noch mehr Städte Umweltzonen einführen. Doch daneben sind weitere Maßnahmen unumgänglich. So steigern auch Reifen- und Bremsabrieb sowie die Aufwirbelung des Feinstaubs von der Straße die Belastung. Hier hilft nur eine generelle Reduzierung des Verkehrs zusammen mit einer Temporeduzierung und Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrsflusses.

 

 

Auch Industrie in die Pflicht nehmen!

Bei der ganzen Diskussion um Fahrverbote trat die Belastung durch die Industrie zu Unrecht in den Hintergrund. Die Industrie sorgt für die größte Belastung und die hohen Schornsteine sorgen für eine weiträumige Verteilung der Schadstoffe. So entsteht schon eine enorm hohe Hintergrundbelastung an Feinstaub, zu der sich dann noch die städtischen oder lokalen Belastungen, z.B. durch Verkehr, addieren. Ohne eine Reduzierung dieser Belastung durch die Industrie wird es keine Erfolge bei der Feinstaubbekämpfung geben! 

Zusammensetzung der Partikelemissionen in Deutschland

Grafik: Zusammensetzung der Partikelemissionen in Deutschland
Zusammensetzung der Partikelemissionen in Deutschland (zum Vergrößern bitte anklicken)


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BUND-Feinstaubranking

Titelbaltt des BUND-Feinstaub-Rankings

In einem Ranking hat der BUND im September 2006 die Gegenmaß- nahmen der 26 am stärksten mit Feinstaub belasteten Städte Deutschlands bewertet. Keine einzige Stadt erhielt ein „Sehr gut“.

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Faltblatt: Gute Luft

Titel Faltblatt "Gute Luft"

Die Lösung für das Problem Dieselruß ist eigentlich ganz einfach: Rußfilter für Dieselmotoren. Nur wenige hundert Euro kostet die Vorrichtung, die über 99% der Rußpartikel am Entweichen hindert.

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