Der Luftverkehr boomt. Obwohl moderne Flugzeuge leiser als ältere Modelle sind, hat der Fluglärm dadurch enorm zugenommen. Dazu kommen die Klimaschäden: Die CO2-Emissionen des Luftverkehrs tragen bereits etwa acht Prozent zur globalen Erwärmung bei. Und ein Ende ist bisher nicht in Sicht: Sollte der Luftverkehr weiter so wachsen, werden seine Klimawirkungen bereits in fünf Jahren die des heutigen Pkw-Verkehrs übersteigen.
Die CO2-Emissionen des Flugverkehrs nehmen um 3,5 Prozent pro Jahr zu. CO2 ist aber nicht das einzige Treibhausgas, das die Flugzeuge ausstoßen. Durch die direkte Eintragung insbesondere von Stickoxiden und von Wasserdampf in hohe Luftschichten entstehen laut IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) Klimawirkungen, die zwei- bis fünfmal höher sind als die durch CO2.
Trotz der alarmierenden Zahlen wird die Klimawirkung des Flugverkehrs bis heute unterschätzt. Nur zaghaft und halbherzig werden erste Schritte getan: Das EU-Parlament beschloss, den Luftverkehr ab 2012 in den EU-Emissionshandel einzubeziehen. Allerdings sind die Vorgaben viel zu lasch. Gleiches gilt für das Flughafenkonzept der Bundesregierung vom Mai 2009. Es wird dem eigenen Ziel – die Belastungen durch den Luftverkehr auf das Unvermeidbare zu beschränken – bei weitem nicht gerecht. Auch gibt es bisher nicht den politischen Willen, deutsche und europäische Kurzstreckenflüge auf die Schiene zu verlagern, selbst wenn es konkurrenzfähige Bahnalternativen gibt. Der Flugverkehr wird immer noch massiv subventioniert mit über zehn Milliarden Euro pro Jahr durch die Befreiung des Kerosins von der Mineralölsteuer (8,2 Milliarden Euro) und den Verzicht auf die Mehrwertsteuer bei internationalen Tickets. Mit dem Vorschlag der Bundesregierung, ab 1.1.2011 eine Luftverkehrssteuer in Höhe von acht Euro für europäische Flüge, 25 für Mittel- und 45 Euro für Langstreckenflüge zu erheben, würden Subventionen von einer Milliarde abgebaut. Der BUND unterstützt dieses Vorhaben, verlangt aber deutlich höhere Sätze für die Business-Klasse und die Erste-Klasse-Flieger.
Außerdem muss das ab 2012 einsetzende EU-Emissionshandelssystem für den Luftverkehr deutlich nachgebessert werden, damit der Luftverkehr endlich auf einen klimaverträglichen Pfad einschwenkt.
Für die Zukunft ist es nach Meinung des BUND unvermeidlich, dass der Flugverkehr in ein wirksames Emissionshandelssystem einbezogen wird, Kurzstreckenflüge unterbleiben, das entsprechende Passagieraufkommen auf die Bahn verlagert und die vorhandenen Flughäfen nicht weiter ausgebaut werden.