A 8: Rosenheim - Felden - Bundesgrenze

Ausbau der A8 östlich von Augsburg - Dies droht auch zwischen Rosenheim und Bundesgrenze. Foto: BN.
Ausbau der A8 östlich von Augsburg - Dies droht auch zwischen Rosenheim und Bundesgrenze. Foto: BN.

Länge:
Rosenheim - Felden: 19,8 km; Felden – Bundesgrenze D/A: 45 km; gesamt: 64,8 km

Kosten:
Rosenheim – Felden: 174,9 Mio. €; Felden – Bundesgrenze D/A: 322,7 Mio. Euro; Summe: 497,6 Mio. Euro

Planungsstand:
Abschnitt Rosenheim - Felden: Planfeststellungsverfahren bzw. genehmigter Vorentwurf
Abschnitt Felden – Bundesgrenze D/A: Voruntersuchung bzw. Erstellung Vorentwurf (Stand: 03/2009)

Offizielles Planungsziel:
Erweiterung von 4 auf 6 Fahrspuren mit Standstreifen (4-streifig , Erhöhung der Leistungsfähigkeit

Kritik des BUND:

  • Straßenerhalt statt übermensionierter Ausbau: Bereits seit Jahren wird zu wenig in den Unterhalt bestehender Straßen investiert. Statt Milliarden in den Neubau oder überzogenen Ausbau von Straßen zu stecken, sollten die Gelder lieber in Sanierung, intelligente Verkehrsleitsysteme und Lärmschutz investiert werden. Im Vergleich zum geplanten Vollausbau der A 8 ließen sich durch eine bestandsorientierte Lösung mit Standstreifen erhebliche Kosten, d.h. Steuergelder, einsparen.
  • Natur- und Landschaftszerstörung: Durch die topografische Lage der Strecke würde durch einen sechsspurigen Ausbau unsere Heimatlandschaft drastisch verändert. Links und rechts der Strecke wären massive Geländeaufschüttungen oder –Abtragungen notwendig. Erhebliche Eingriffe in geschützte Gebiete wären unvermeidbar und wertvolle landwirtschaftliche Grundstücke würden zerstört. Insgesamt bedeutet der sechsspurige Ausbau einen immensen Flächenverbrauch, eine deutliche Verstärkung der Zerschneidungseffekte und das Projekt hätte auch für den Tourismus in der Region gravierende negative Folgewirkungen. Gegen diese Verschandelung unserer Natur- und Kulturlandschaft müssen wir uns wehren.
  • Belastung für die Menschen: Nicht nur anliegende Gemeinden würden durch zusätzlichen Lärm und Schadstoffausstoß deutlich mehr belastet, auch die Kommunen im weiteren Umkreis wären von den negativen Folgen des steigenden Verkehrsaufkommens betroffen. Insbesondere der LKW-Transitverkehr würde deutlich zunehmen. Wegen der vorprogrammierten Verkehrszunahme und den höheren Geschwindigkeiten, würden die geplanten Lärmschutzmaßnahmen beim sechsspurigen Ausbau keine wesentliche Verbesserung für die Anwohner bedeuten.

Alternativforderungen des BUND:

  • Keine Aufnahme des Streckenabschnitts AS Bernauer Berg – Bundesgrenze (D/A) in den vordringlichen Bedarf des Bedarfsplans für Bundesfernstraßen.
  • Eine grundsätzliche Diskussion der Alternativen mit der Bevölkerung, Verbänden und unabhängigen Experten noch vor der Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens.
  • Keinen Vollausbau auf sechs Fahrspuren und keine Neutrassierung oder Trassenverlegungen. Neue Einschnitte oder gar Aufständerungen nehmen wesentlich mehr Flächen in Anspruch als der Ausbau der bestehenden, an das Gelände angepassten Trasse.
  • Den Anbau von Standstreifen zur Erhöhung der Sicherheit entlang der gesamten Strecke, die über ein Verkehrsleitsystem als Fahrspur zuschaltbar sind (bei Verkehrsspitzen).
  • Auf der gesamten Strecke eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung. Dies bedeutet weniger Lärm, weniger Schadstoffe, weniger Unfälle und ermöglicht, dass die Autobahn wesentlich mehr Verkehr aufnehmen kann.
  • Eine Verbesserung des Lärmschutzes auch für den vierspurigen Ausbau mit Standstreifen.
  • Den vorrangigen Ausbau des Schienennetzes, insbesondere den 2-gleisigen Ausbau der Strecke München-Mühldorf-Freilassing (bisher 1-gleisig, nicht elektrifiziert).

Kontakt

Kurt Schmid
Regionalreferent, Bund Naturschutz in Bayern e.V., Fachabteilung München, Pettenkoferstr. 10a / I
80336 München
Tel: 089/54 82 98 88, Fax: 089/54 82 98 18
kurt.schmid@bund-naturschutz.de



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