Ortsumgehung Aurich

Projektbezeichnung:
B 210: Neubau der B210 zwischen Riepe (A31) und Aurich einschließlich Ortsumgehung Aurich

Länge:
26,2 km Gesamtlänge

Geschätzte Kosten:
Rund 64 Millionen Euro

Offizielle Ziele und Planungsstand:
Offizielle Ziele dieses Straßenneubaus sind eine bessere Anbindung des mittelostfriesischen Raumes und der Stadt Aurich an das Autobahnnetz sowie die touristische Erschließung der Region. Die Ortsdurchfahrt Aurich soll vom Durchgangsverkehr entlastet werden und die Verbindung zum Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven soll gestärkt werden. Das Raumordnungsverfahren ist abgeschlossen, der Bau wird derzeit im Bundesverkehrsministerium geprüft.

Kritik des BUND:

  • Keine Ortsentlastung für Aurich: Die geplante B210n ist verkehrspolitisch sinnlos, da sie nicht für eine ausreichende Entlastung des Ortskernes sorgt. Schätzungsweise nur 10 bis 30% des Ortsdurchgangsverkehres würden die B210n nutzen. 
  • Keine Bedeutung für eine Anbindung an den Jade-Weser-Port: Die Güterströme vom Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven gehen zum größten Teil auf dem Seeweg Richtung Nord- und Osteuropa (55% der ankommenden Ladung). Die Güter, die per Container auf der Straße transportiert werden, gehen in den Nordosten und Süden Europas. Ein Anstieg der Containertransporte im Auricher Raum ist nicht zu erwarten. Statt in neue Straßen zu investieren, sollte die Politik dafür sorgen, dass Güter entweder direkt in den Mittelmeerhäfen ausgeladen werden oder auf die Bahn bzw. Kurzstreckenschiffe verlagert werden.  
  • Verkehrs- und Lärmbelastung steigt: Flächen, die derzeit noch verkehrsberuhigt sind und zum Teil als Naherholungsgebiete dienen, würden mit dem Bau starkem Verkehrslärm ausgesetzt. Besonders Ortsrandlagen würden zusätzlich mit Verkehrslärm belastet.
  • Naturzerstörung: Zerschneidung von Brut- und Rastflächen sowie Wanderrouten, z.B. für Kiebitz und Fischotter, Gewässerverschmutzungen, Zerstörung von Wallhecken, die besonders artenreich sind.
  • Keine Bedeutung für die touristische Erschließung: Wer Urlaub in Ostfriesland macht, möchte v.a. Ruhe, schöne Landschaft und gute Luft genießen. Die Erreichbarkeit spielt eine untergeordnete Rolle.

Alternativvorschläge des BUND:

  • Alternativstrecken B72: Die B72 bietet schon jetzt einen Zeitvorteil gegenüber der B210 dank kürzerer Streckführung. Ein partieller Ausbau weniger Teilstücke und eine Entlastung des Ortes Hesel durch eine Ortsumgehung wären eine sinnvolle Alternative zum Neubau der B210. Diese Alternative wurde allerdings bisher nur sehr unzureichend geprüft.
  • Verkehrsfreundlichere Ampelschaltung bei Knotenpunkten in Aurich, um den Verkehrsfluss zu verstetigen

Weitere Informationen und Kontakt:

BUND Regionalverband Ostfriesland
Postfach 1171, 26581 Aurich
Tel.: 0 49 41/60 76 99 oder 0 49 41/99 78 35
E-Mail: bundro@t-online.de, www.ostfriesland.bund.net

Bürgerinitiative für Landschafts- und Naturschutz (BILaNz):
Die BILaNz (Bürgerinitiative für Landschafts- und Naturschutz) wurde 2006 gegründet, um den Bau des Autobahnzubringers sowie die Ortsumgehung Aurich, die sog. B 210n in der geplanten Ausführung zu verhindern.

Die Bürgerinitative im Internet
Erster Vorsitzender: Dieter Reiter, Hochheiderweg 11, 26605 Aurich, Tel. 0 49 41-99 13 11

Dokumentation der BILaNz zur geplanten B 210n Autobahnzubringer Aurich- A 31 mit Ortsumgehung Aurich (20.04.2010)



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