Rund 1400 Ortsumgehungen sind derzeit im Fernstraßenbedarfsplan enthalten. In der Mehrzahl handelt es sich um eine milliardenschwere Verschwendung von Steuergeldern.
Statt der angestrebten Verbesserung entstehen durch die neuen Straßen nicht selten neue Probleme: in bisher ruhigen Wohngegenden nimmt der Lärm zu, unberührte Landstriche werden versiegelt und zerschnitten, die Schadstoffbelastung steigt. Studien haben bewiesen, dass viele Ortsumfahrungen keine Entlastung für die Orte bieten.
Meist leiten die Ortsumfahrungen wesentlich weniger Verkehr um einen Ort herum als erhofft. Der Hauptgrund ist, dass in vielen Fällen die Fahrt im Ort beginnt oder endet. Das heißt, die Umgehungsstraße nimmt nur Durchgangsverkehr auf. Und auch diesen nur teilweise: So kann eine südlich der Stadt verlaufende Umfahrung neben dem Ost-West-Verkehr nur die Fahrten in west-südlicher und ost-südlicher Richtung aufnehmen. Die Fahrten von und nach Norden werden weiter durch den Ort verlaufen.
Zur Lösung von Verkehrsproblemen sind Strategien nötig, die alle Verkehrsträger sinnvoll verbinden. Oberste Ziele einer solchen Politik müssen die Vermeidung von Verkehr und die Minderung des Flächenverbrauchs sein. Radfahren und zu Fuß gehen muss gefördert werden, ebenso wie die öffentlichen Verkehrsmittel. Deshalb plädiert der BUND für die "Stadt der kurzen Wege". Arbeitsplätze, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten in Wohnungsnähe vermeiden unnötigen Verkehr.