Ortsumfahrungen - Entlastung oder Scheinlösung?

Rund 1400 Ortsumgehungen sind derzeit im Fernstraßenbedarfsplan enthalten. In der Mehrzahl handelt es sich um eine milliardenschwere Verschwendung von Steuergeldern.

Statt der angestrebten Verbesserung entstehen durch die neuen Straßen nicht selten neue Probleme: in bisher ruhigen Wohngegenden nimmt der Lärm zu, unberührte Landstriche werden versiegelt und zerschnitten, die Schadstoffbelastung steigt. Studien haben bewiesen, dass viele Ortsumfahrungen keine Entlastung für die Orte bieten.

Meist leiten die Ortsumfahrungen wesentlich weniger Verkehr um einen Ort herum als erhofft. Der Hauptgrund ist, dass in vielen Fällen die Fahrt im Ort beginnt oder endet. Das heißt, die Umgehungsstraße nimmt nur Durchgangsverkehr auf. Und auch diesen nur teilweise: So kann eine südlich der Stadt verlaufende Umfahrung neben dem Ost-West-Verkehr nur die Fahrten in west-südlicher und ost-südlicher Richtung aufnehmen. Die Fahrten von und nach Norden werden weiter durch den Ort verlaufen.

Zur Lösung von Verkehrsproblemen sind Strategien nötig, die alle Verkehrsträger sinnvoll verbinden. Oberste Ziele einer solchen Politik müssen die Vermeidung von Verkehr und die Minderung des Flächenverbrauchs sein. Radfahren und zu Fuß gehen muss gefördert werden, ebenso wie die öffentlichen Verkehrsmittel. Deshalb plädiert der BUND für die "Stadt der kurzen Wege". Arbeitsplätze, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten in Wohnungsnähe vermeiden unnötigen Verkehr.

Hier wird falsch geplant!

Hier finden Sie eine Auswahl an geplanten Ortsumfahrungen. Machen Sie sich selbst ein Bild über deren Sinn und Unsinn.

Informationen zur Ortsumfahrung Aurich.

Aurich
(Kreisstadt)

Informationen zur Ortsumfahrung Celle.

Celle
(Kreisstadt)

Nottuln
(Kreis Coesfeld)

Informationen zur Ortsumgehung Pirna.

Pirna
(Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge)

Informationen zur Ortsumgehung Warendorf (Herzebrock.Clarholz, Beelen)

Warendorf
(Kreisstadt)
betrifft auch: Herzebrock-Clarholz (Kreis Gütersloh)
Beelen (Kreis Warendorf)



Der BUND stellt besonders kritische Straßenbau- projekte vor.

Rotstift streciht unsinige Fernstraßenprojekte.

BUND-Streichliste unsinniger und teurer Fernstraßenprojekte.

So soll die feste Fehmarnbeltquerung aussehen. Quelle: Fehmarnbelt Development Joint Venture, zum Vergößern auf das Bild klicken

Der BUND hat bei der Europäischen Union Beschwerde gegen den Bau der festen Fehmarnbeltquerung eingereicht: das Bauwerk verletzt das Naturschutzrecht.

Schwarzbuch Fernstraßenbau

Titel des BUND-Schwarzbuches, zum Vergrößern auf das Bild klicken

Der BUND hat 2004 eine umfassende Analyse der deutschen Straßenbau- planung vorgelegt. Konkrete Beispiele zeigen die Sinnlosigkeit vieler Bauvorhaben und mögliche Alternativen.

BUND-Schwarzbuch herunterladen

Studie Jobmaschine Straßenbau

Titel der Studie "Jobmaschine Straßenbau", zum Vergrößern auf das Bild klicken

Mehr Jobs durch Straßenbau in Ostdeutschland? Die Studie kommt zu einem anderen Ergebnis: Die bessere Erreich- barkeit hat negative Folgen für die regionalwirtschaftliche Entwicklung.

Studie unter www.gruener-aufbau-ost.de

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