Die Bevorzugung der Straße für den Lkw-Warenverkehr durch die Politik ist mehr als offensichtlich. Während das Straßennetz seit Jahrzehnten beständig wächst, rottet das europäische Schienennetz vor sich hin. Bilanz der letzten 18 Jahre: Der Anteil der Eisenbahn am Güterverkehr sank von 18 Prozent (1990) auf 9 Prozent (2008), Lkw transportieren dafür 83 Prozent statt 69 Prozent.
Obwohl der Schienengüterverkehr mittlerweile langsam wieder wächst, bleiben Lkw das bevorzugte Verkehrsmittel. Mit allen negativen Konsequenzen: Im Vergleich mit Bahn und Binnenschiff produziert der Lkw-Verkehr deutlich mehr schädliches Kohlendioxid (CO2). Dazu kommen Feinstaub, Lärm und Naturzerstörung.
Die Einführung so genannter „Monster-Trucks“ oder „Giga-Liner“ würde diese Probleme noch verschärfen. Diese Lkw sind deutlich schwerer und größer als die bisher üblichen Fahrzeuge (Gesamtgewicht von 60 Tonnen statt bisher 40, Länge von 25,25 Meter statt bisher 18,75 Meter). Das Argument, mit diesen Fahrzeugen lasse sich die gleiche Tonnage mit weniger Fahrten befördern und entlaste damit die Straßen, ist schlicht Unsinn.
Erste Modellversuche zur Einführung von Gigalinern fanden bereits vor Jahren in Deutschland statt. Die Proteste des BUND und anderer Umweltverbände hatten Erfolg: Im Oktober 2007 lehnte die Länderverkehrsministerkonferenz die Zulassung von Gigalinern in Deutschland ab. Weitere Modellversuche sollte es nicht geben.
Beschluss der Verkehrsministerkonferenz gegen die Einführung von Gigalinern (10.10.2007)