Das heutige Verkehrssystem verursacht jährlich mehrere Milliarden Euro an Gesundheits- und Umweltkosten. Diese so genannten externen Kosten zahlen nicht die Verursacher, sondern wir alle. Alleine der Straßengüterverkehr verursacht auf diese Weise in Deutschland jährliche Kosten in Höhe von 50 Mrd. Euro, während es die deutlich ökologischeren Alternativen Güterzug und Binnenschiff zusammen nur auf knapp 2,7 Mrd. Euro bringen.
Zu den externen Kosten zählen Umweltschäden wie extreme Wetterereignisse als Folge des Klimawandels und die Belastung von Böden und Grundwasser mit Öl und Streusalz. Zum anderen leidet die Allgemeinheit unter verkehrsbedingten Gesundheitsproblemen: z.B. Krebserkrankungen durch Feinstaub und Herz-Kreislaufbeschwerden durch Lärm. Abgase und Erschütterungen verursachen Gebäudeschäden und straßennahe Immobilien verlieren an Wert. Staus auf den Autobahnen führen zu einer Absenkung der durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit, was Produktionsausfälle und den Verlust von Freizeit nach sich zieht.
Mehr Kostengerechtigkeit notwendig
Anders als klassische Betriebskosten wie Abschreibungen auf den Fuhrpark, Löhne, Gehälter und Treibstoffrechnungen müssen Spediteure die von ihnen verursachten externen Kosten nicht selbst bezahlen. Deshalb spiegeln sich diese Kosten auch noch nicht in den Transportpreisen des Lkw-Verkehrs wider. Dies erklärt den rasanten Anstieg des Straßengüterverkehrs. Seit 1980 ist sein Anteil an der deutschen Transportleistung von 50% auf 70% gestiegen. Eine Lösung dieses Problems liegt in der so genannten Internalisierung, also verursachergerechten Anlastung solcher Kosten über Gebühren wie die Lkw-Maut.
Das Ziel eines effizienten und nachhaltigen Güterverkehrs ist nur erreichbar, wenn alle Verkehrsträger auch für ihre tatsächlichen Kosten aufkommen. Gegenwärtig müssen sich die Mautsätze in Deutschland aber noch an den Kosten der Autobahninfrastruktur, den so genannten Wegekosten, orientieren. Verantwortlich hierfür ist die EU-Wegekostenrichtlinie. Sie schreibt den Mitgliedsstaaten vor, nach welchen Regeln Mautsysteme betrieben werden dürfen.