Entscheidungen auf europäischer Ebene prägen in vielfacher Weise die deutsche Verkehrspolitik. Europäische Richtlinien regeln zum Beispiel die zulässigen Schadstoffemissionen, den CO2-Ausstoß und die Geräuschpegel von Kraftfahrzeugen, die Verwendung von Biokraftstoffen oder die Sicherheit im Seeverkehr.
Dazu kommt: Der gemeinsame europäische Markt wächst. Besonders Länder in Zentraleuropa wie Deutschland, Österreich und die Schweiz leiden unter einem zunehmenden Lkw-Transitverkehr. Über ein Drittel der Lkw, die täglich über Deutschlands Straßen fahren, kommen aus anderen europäischen Ländern. Bei allen wirtschaftlichen und geografischen Unterschieden ist dabei allen europäischen Ländern gemein, dass der Güterverkehr vor allem auf der Straße wächst. Die Folgen tragen wir alle: Der europaweite CO2-Ausstoß des Verkehrssektors beispielsweise ist seit 1990 um 36% gestiegen.
Die EU steckt viel Geld in den Ausbau von Verkehrsanbindungen. Das „Transeuropäische Verkehrsnetz“ soll die wachsenden Verkehrsströme bewältigen. Aber sind all die Autobahnen, Brücken, Eisenbahnen und Kanäle wirklich sinnvoll? Bei genauerem Hinsehen wird klar: Die positiven wirtschaftlichen Effekte von derartigen Megaprojekten werden oft überschätzt, die ökologischen Folgen dagegen vernachlässigt.