Autowerbung widerspricht europäischen Vorgaben
Ein Großteil der Autowerbung in Deutschland entspricht nicht den europäischen Vorgaben. Verbrauch und CO2-Emissionen werden entweder zu klein abgedruckt, in eine unübersichtliche Masse von Informationen eingebettet oder gleich ganz weggelassen. Damit wird das Ziel einer verbesserten Verbraucherinformation nicht erreicht.
Um die Defizite offenzulegen hat der BUND mit Partnern aus fünf europäischen Ländern Autowerbung in Printmedien und auf Plakatwänden analysiert, teilweise mit bemerkenswerten Ergebnissen. So fehlten bei 92% der untersuchten Plakatwerbungen in Deutschland jegliche Angaben zu Verbrauch und CO2-Ausstoß, wohingegen in Spanien kein einziges Plakat ohne Angaben zu finden war.
In Zeitschriften wie Spiegel und Men's Health und in Tageszeitungen wie Süddeutschen Zeitung und Bild, entsprachen nur 14% der Werbeanzeigen dem europäischen Vorgaben. In Großbritannien ist dieser Wert mit 76% deutlich höher.
Ein Grund dafür, dass Deutschland in diesem Ländervergleich das Schlusslicht bildet, ist die Tatsache, dass bei der Umsetzung der Europäischen Vorgabe in deutsches Recht (Pkw-EnVKV) ein Passus aufgenommen wurde, den es so nur in Deutschland gibt und der es den Autofirmen erleichtern soll, hoch emittierende Fahrzeuge leichter zu bewerben. Dieser Passus besagt, dass keine Angaben über Verbrauch und CO2-Emission gemacht werden müssen, wenn in der Anzeige keine Angaben über Beschleunigung, Motorgröße und/oder –leistung gemacht werden.
Gegen diese – unserer Meinung nach – nicht korrekte Umsetzung der europäischen Vorgabe in deutsches Recht hat der BUND bereits 2008 Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingelegt.