BUND fordert Aufhebung der Biokraftstoffquote und damit der E10-Beimischung

E 10 tanken / Foto: © G. Altmann / PIXELIO
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Seit Anfang 2011 versuchen die Mineralölkonzerne – nach 2006 bereits zum zweiten Mal – den Anteil von Agrarethanol bei Super-Kraftstoff auf zehn Prozent zu erhöhen, um die von der Bundesregierung gesetzlich vorgeschriebene Mindestquote von Agrarkraftstoffen zu erreichen. Falls die Mineralölkonzerne dies nicht schaffen, drohen ihnen millionenschwere Strafzahlungen. Zweifel an der Verträglichkeit der neuen Benzinsorte für viele Pkw, aber auch zunehmend Zweifel am Umweltnutzen und die befürchtete Konkurrenz zwischen Teller und Tank führten praktisch zu einem Boykott des Agrarsprits E10 durch die Verbraucher.

Die Bundesregierung hat beschlossen, den Anteil an sogenannten "Biokraftstoffen" von derzeit 6,25% schrittweise zu erhöhen und dadurch bis 2020 das EU-Ziel von zehn Prozent erneuerbaren Energien im Verkehrssektor zu erreichen und sogar noch über zu erfüllen. Bis 2020 soll laut Bundesregierung in Deutschland sogar ein Anteil von 13,2% regenerativer Energien im Verkehr erzielt werden.

Grundsätzlich hält E10 die Autohersteller davon ab, stärker auf Spritspar-Technologien zu setzen. Weil sich die Hersteller die Beimischung von E10 als Klimaschutzmaßnahme anrechnen lassen, gibt der sogenannte Biosprit der Autoindustrie das fatale Signal, ihre falsche Modellpolitik fortzusetzen zu können. Deshalb muss das Ziel, 2020 zehn oder mehr Prozent Agrarkraftstoffe im Verkehrssektor einzusetzen, endlich aufgegeben werden".

Mindestquote für Agrarkraftstoffe von derzeit 6,25 % muss gestoppt werden

Für die Umsetzung des 6,25%-Ziels fehlen in Deutschland die notwendigen Flächen. Nötig ist deshalb die Aufstellung eines Flächenplans für Deutschland, der alle nachhaltigen Ziele berücksichtigt; bei Nahrung, Naturschutz, Ökolandbau, Agrarenergie und nachwachsenden Rohstoffen für Industrie und Chemie. Dazu muss die Bundesregierung ihren konzeptionell untauglichen Biomasseaktionsplan grundlegend überarbeiten und eine stringente Strategie für den Einsatz erneuerbarer Energien bis 2020 entwickeln. Eine Ausweitung des Anbaus von Energiepflanzen muss bis dahin gestoppt werden.

Wenn die Bundesregierung wirksam Treibhausgase einsparen will, muss sie ambitionierte CO2-Minderungsziele für den gesamten Verkehrssektor festlegen und dafür sorgen, dass die Fahrzeuge sehr viel sparsamer würden als heute.

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