Der Straßenverkehr hat in den letzten Jahrzehnten rasant zugelegt. Fast 55 Millionen Kraftfahrzeuge bevölkern heute Deutschlands Straßen. Mitte der 1960er Jahre waren es gerade 11 Millionen. Und ein Ende des Wachstums ist bisher nicht in Sicht. Dazu kommt: Heutige Autos sind größer, schwerer und leistungsstärker als ältere Modelle. Die Folge: Trotz effizienterer Motoren ist der Durchschnittsverbrauch der Pkw-Flotte in den letzten Jahren kaum gesunken.
Die Folgen dieser Entwicklung spüren wir alle: Dieselfahrzeuge schleudern krebserregende Rußpartikel in die Luft, Naturlandschaften werden durch Fernverkehrsstraßen und Autobahnen zerstört, schwere Lkw machen immer neue Reparaturen an Straßen nötig. Der Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) durch den Straßenverkehr ist enorm. Von den jährlich 170 Mio. Tonnen CO2 des gesamten Verkehrssektors pusten die Pkw in Deutschland 100 Mio. in die Luft – das sind fast 60 Prozent!
Dabei könnte es so einfach sein: Allein mit sparsamen Automodellen könnte der CO2-Ausstoß des gesamten Pkw-Sektors in Deutschland bis 2025 um 50% – das entspricht 50 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr – reduziert werden. Dafür brauchen wir einen CO2-Grenzwert von 80 g CO2 pro km (das entspricht drei Litern pro 100 km) für Neuwagen bis 2020, ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen und Anreize für sparsame Pkw bei der Kfz-Steuer und den Firmenwagen. Ein Irrweg ist dagegen die Beimischung von Agrosprit. Sie ist eine Mogelpackung, die eine CO2-Minderung nur vorspiegelt. Das zeigt der Versuch der Einführung von E 10 (10 Prozent Ethanolanteil am Benzin) überdeutlich.