Ungebremstes Wachstum

Sendemast, © M. Berk / PIXELIO

Immer häufiger sind wir – gewollt oder ungewollt – dem Einfluss von künstlichen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Mit dem Boom mobiler Internetanwendungen wird die Belastung eine neue Dimension erreichen.

Mit Elektrosmog bezeichnet man künstliche, also durch Menschen hervorgerufene, elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder (EMF). In Deutschland gibt es rund 300.000 Mobilfunk-Sendeanlagen, etwa zwei Millionen kleinere Sendeanlagen, rund 100 Millionen häusliche Sendeanlagen wie WLAN oder schnurlose Telefone sowie ca. 100 Millionen Mobiltelefone – sie alle senden elektromagnetische Strahlen aus, die uns draußen und in unseren eigenen vier Wänden ungeschützt durchdringen. Zu diesen hochfrequenten elektromagnetischen Felder kommen noch niederfrequente Felder hinzu, die durch Hochspannungsleitungen, Elektrogeräte, Kabel und Leitungen im Haushalt, Verkehr und Industrie entstehen und ebenfalls allgegenwärtig sind.

Drahtloses Internet und Datenübertragung kommen wegen der enormen Wachstumsraten mit den bisherigen Verfahren an ihre Grenzen. Mit dem neuen Verfahren LTE beschleunigt sich die Zunahme hochfrequenter elektromagnetischer Felder.

Unklare Gesundheitsrisiken

Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, viele Berichte und Beobachtungen an Menschen, Tieren und Pflanzen sowie Studien zur Häufigkeit bestimmter Krankheiten, die Elektrosmog als Ursache für gesundheitliche Probleme ausmachen. Eindeutige Beweise sind jedoch selten. Dies scheint kein Zufall zu sein: Geeignete wissenschaftliche Studien, die die vorliegenden Aussagen eindeutig widerlegen oder beweisen könnten, sind Mangelware; sie werden praktisch nicht in Auftrag gegeben.

Aus Sicht des BUND ist es überfällig, hier das Vorsorgeprinzip anzuwenden, z.B. durch Minimierung der Belastung nach dem Grundsatz: so gering, wie es mit vernünftigen Mitteln machbar ist.

Schutz und Vorsorge: unzureichend

Menschen, die sich nicht den Einwirkungen elektromagnetischer Strahlung aussetzen wollen oder die besonders sensibel reagieren, müssen die Möglichkeit haben, sich zu schützen. Voraussetzung dafür sind öffentliche und transparente Informationen zu den Gefahren durch elektromagnetische Felder.

Das Schutzkonzept des BUND sieht neben Forderungen zur Begrenzung zulässiger Feldstärken auch einen Verzicht auf vermeidbare Mobilfunkanwendungen vor, etwa dort, wo mehrere Sender gleiche Dienste anbieten, oder wo drahtlose Übertragungstechnologien durch kabelgebundene Verfahren abgelöst werden können. Statt Mobilfunk ohne Rücksicht auf Risiken in immer stärkerem Maß auszubauen, sollten gesundheitsverträglichere Techniken eingesetzt werden.

Kinder und Jugendliche

Besonders schutzbedürftige Gruppen wie Kinder, Ungeborene und Kranke benötigen den Schutz des Gesetzgebers. Der Einsatz mobiler Funktechniken oder Hochspannungsleitungen darf nicht zu ihren Lasten gehen. Werdendes menschliches Leben, Kinder und Jugendliche reagieren besonders sensibel auf Elektrosmog. Der Grund: Während der Entwicklungsphase von Organen sind Einwirkungen besonders gravierend und haben häufig lebenslange Folgen.

Vor allem neue Techniken verlangen von allen Beteiligten einen vorsorgenden, verantwortungsvollen Umgang mit ihnen. Besonders gefordert sind Eltern und Pädagogen und insbesondere der Gesetzgeber, der klare Regelungen zum Schutz dieser Personengruppen treffen muss.

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AKTUELL

BGH: Bau von Mobilfunkmasten nur mit Zustimmung aller Wohnungseigentümer

Haus mit Handymast auf dem Dach; Foto: CC BY-NC-ND 2.0 / Schockwellenreiter / flickr.com

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BUND-Hintergrund

Titelbild BUND-Hintergrund

Schutz vor nieder­frequenten magne­tischen Wechsel­feldern bei Hoch­span­nungsfrei­leitungen und Erdkabeln

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BUND-Position "Zukunftsfähige Funktechnologien"

Titelbild BUND-Position "Zukunftsfähige Funktechnologien"

Begründungen und Forderungen zur Begrenzung der Gefahren und Risiken durch hochfrequente elektro­magne­tische Felder.

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