Jagd

Rothirsch, Foto: Leona, aboutpixel.de

Sowohl das Jagdrecht als auch dessen praktische Umsetzung hinken in Deutschland der Zeit mächtig hinterher. Die völlig veralteten Regelungen werden einer nachhaltigen Nutzung wildlebender Tierarten nicht gerecht. 100 Tierarten, von denen 40 bejagt werden dürfen, fallen unter das Jagdrecht. Der BUND fordert, dass diese Zahl auf 14 reduziert wird und vor allem die Jagd auf Rote Liste Arten völlig zu unterbleiben hat. Großtrappe, Greifvögel, Wildkatze, Wolf, Fischotter und andere haben nichts im Jagdgesetz zu suchen. Außerdem müssen die Jagdzeiten den ökologischen Gegebenheiten angepasst werden. Schonzeiten müssen für viele Arten deutlich verlängert werden und allgemein sollten die Jagdzeiten einander angeglichen und auf den Herbst bzw. Winter verlegt werden, um Störungen zu minimieren. Von der Jagd auf Zugvögel ist ganz abzusehen.

Durch die Praxis der letzten Jahrzehnte haben die Schalenwildbestände Rekordhöhen erreicht. Grund dafür ist vor allem die nach wie vor übliche Fütterung. Der BUND sieht darin eine große Gefahr für eine naturnahe Waldwirtschaft und fordert zum Schutz des Ökosystems 'Wald vor Wild' und ein grundsätzliches Verbot von Wildtierfütterungen. Durch den Verbiss können erhebliche Schäden im Wald und eine enorme Verarmung der Pflanzenvielfalt entstehen.

Ein weiteres Problem ist die Vorgehensweise in geschützten Gebieten. In Nationalparks sollte die Jagd grundsätzlich untersagt werden. In anderen Schutzgebieten, wie Biosphärenreservate, Naturschutzgebiete und Natura 2000-Gebieten sollten Eingriffe in den Wildbestand den Schutzzwecken untergeordnet werden. Gegenwärtig wird in den meisten Schutzgebieten und sogar Nationalparks die Jagd uneingeschränkt ausgeübt.

Bussard, Foto: R. Lutz, aboutpixel.de

Zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt ist das Jagen mit bleihaltiger Munition grundsätzlich zu verbieten. Das giftige Schwermetall verbleibt zu großen Teilen in der Natur, gelangt in Gewässer, Moore und Feuchtwiesen und belastet das Grundwasser. Pflanzen und Tiere nehmen das Schwermetall auf und geben es innerhalb der Nahrungskette immer weiter. Das aufgenommene Blei führt zu schweren Schäden und mitunter zum Tod. Alternativen wie Weicheisenschrote sind vorhanden und werden in anderen Ländern zum Teil schon gesetzlich vorgeschrieben.

Mehr Informationen



Jetzt online BUND-Mitglied werden!, © www.photocase.com / mr nico
Jetzt online spenden, © istock.com/johnnorth

Jetzt Fan werden auf www.facebook.com/bund.bundesverband   Folgen Sie uns auch auf www.youtube.com/bundgermany   Folgen Sie uns auch auf www.twitter.com/BUND_net   Abonnieren Sie unseren RSS-Feed

Newsletter "Biodiversität"

BUND-Position "Lebendige Wälder"

Titelbild BUND-Position 57: Lebendige Wälder

Schonende Holz­nutzung und mehr Wild­nis – so sollte der Wald der Zu­kunft aussehen!


Position herunterladen

Suche