Fünf-Punkte-Plan für den Wald der Zukunft

Liegende Baumstämme sind wertvoller Lebensraum für Tiere, Pilze und Pflanzen. Aufgenommen im Berliner Plänterwald. Foto: BUND/Nicola Uhde

Der deutsche Wald steht zunehmend unter Druck: die Nachfrage nach Holz ist rasant gestiegen und nimmt weiter zu. Die energetische Nutzung von Holz boomt. In Zeiten des Klimawandels wird der umweltfreundliche Rohstoff dringend als Ersatzstoff für energieintensive Baustoffe benötigt. Gleichzeitig verbraucht Deutschland soviel Papier wie Südamerika und Afrika zusammen. Neben dem Nutzungsdruck macht auch der Klimawandel dem Wald zunehmend zu schaffen. Parallel wurde massiv Forstpersonal reduziert, während die Ansprüche Erholungssuchender gestiegen sind.

Wie können Deutschlands Wälder dennoch als lebendige Ökosysteme erhalten werden? Wie können sie weiterhin so wichtige Funktionen erfüllen, wie beispielsweise die Luftreinhaltung, die Bereitstellung von Trinkwasser, die Speicherung von CO2 und den Erhalt der biologischen Vielfalt – unserer Lebensgrundlage? Welche Weichen gilt es jetzt zu stellen?

BUND und NABU haben im Internationalen Jahr der Wälder ihren Plan für eine naturverträgliche, zukunftsfähige Waldpolitik in fünf Punkten zusammengestel

  1. Holz verantwortungsvoll und effizient nutzen
  2. Wälder naturnah und ökologisch verträglich bewirtschaften
  3. Wertvollen Naturwäldern eine Chance geben
  4. Wälder als Kohlenstoffsenken für den Klimaschutz erhalten
  5. Öffentlichen Wald vorbildlich behandeln

In ihrem "Fünf-Punkte-Plan für den Wald der Zukunft" fordern BUND und NABU unter anderem einen Paradigmenwechsel in Politik und Gesellschaft – weg von der Ankurbelung des Verbrauchs hin zum sparsamen, verantwortungsvollen Umgang mit dem Rohstoff Holz. Holz sollte zuerst stofflich genutzt werden, bevor eine energetische Nutzung in Betracht kommt. Wälder sollten flächendeckend naturnah und ökologisch verträglich bewirtschaftet werden. Dazu müssen bundeseinheitliche Mindeststandards für die Waldbewirtschaftung in den Gesetzen festgeschrieben werden.

Bis 2020 sollen mindestens fünf, langfristig zehn Prozent der Waldfläche als "Urwälder von morgen" dauerhaft einer natürlichen Entwicklung überlassen werden. Das dadurch entstandene Netz von Naturwäldern soll die Waldökosysteme Deutschlands angemessen repräsentieren, ergänzt durch kleinere Trittsteinbiotope. Um die Wälder als Kohlenstoffsenken für den Klimaschutz zu erhalten, sollen relevante Punkte der Waldbewirtschaftung wie die Definitionen für Kahlschläge sowie die Vorgaben zur Bodenschonung und zur Anhebung der Holzvorräte in den Waldgesetzen nachgebessert werden.

Öffentliche Wälder sollen vorbildlich behandelt und nicht an Privatinvestoren verkauft werden. Sie sind ökologisch vorbildhaft zu bewirtschaften, dies ist durch eine FSC- oder Naturland-Zertifizierung zu dokumentieren.

 

 

 



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