Erfahren Sie mehr über Moore

Blumenerde mit Torf zerstört Moore; Foto: Kematsriedmoos im Allgäu von T. Willner

Derzeit werden in Deutschland jährlich ca. zehn Millionen Kubikmeter Torf aus Mooren verbraucht. In Deutschland findet der Torfabbau hauptsächlich in norddeutschen Mooren auf einer Fläche von rund 30.000 Hektar statt. Werden die Moore im derzeitigen Tempo weiter zerstört, sind die in Deutschland zum Abbau genehmigten Torfvorräte in spätestens zehn Jahren erschöpft. Um den hiesigen Bedarf an Torf zu befriedigen, kommt schon heute ein großer Teil der derzeitig in Deutschland verwendeten Torfe aus den baltischen und russischen Hochmooren, wo die Moorzerstörung fortgesetzt wird.

Abbau von Torf

Um Torf aus Mooren abzubauen muss das jeweilige Moor entwässert werden. Dazu wird ein verzweigtes Netz aus Gräben, Zwischendämmen mit Wegen und den Torfstichflächen angelegt.
                  
Sowohl durch die Entwässerung als auch durch den Torfabbau werden die bis zu 5.000 Jahre alten Moore unwiederbringlich zerstört. Eine Renaturierung der abgetorften Moore ist so gut wie unmöglich.

Dadurch verlieren die im Moor lebenden seltenen und vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum. Zudem wirkt sich die Zerstörung der Moore auf den Klimaschutz aus. Auch wenn Moore nur drei Prozent der Erde bedecken, speichern sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder unserer Erde. Durch die fortwährende Moorzerstörung entfallen zum einen wichtige Kohlenstoffspeicher und zum anderen führt die Entwässerung zur massiven Freisetzung von Kohlenstoffdioxid.

Verwendung von Torf

Gärtnern mit torffreier Blumenerde; Foto: © Jutta Rotter / PIXELIO
© Jutta Rotter / PIXELIO

Wozu wird Torf aber genutzt? Er dient insbesondere als Brennstoff, als Kultursubstrat im Gartenbau und findet Anwendung in Medizin und Kosmetik.

Von den jährlich in Deutschland zehn Millionen Kubikmeter verbrauchten Torf werden rund zweieinhalb Millionen an Freizeitgärtner verkauft. Diese Menge in 50-Liter-Gartenerde-Säcke verpackt und hintereinander ausgelegt, würde eine Gesamtlänge von ca. 40.000 km ergäben, was einer kompletten Umrundung der Erde entlang des Äquators entspricht.

Die wichtigsten Eigenschaften des Torfes für die Nutzung im Garten sind seine hohe Wasserspeicherfähigkeit, die völlige Wildkrautfreiheit und das geringe Gewicht. Durch sein hohes Luftporenvolumen dient er im Garten zur langfristigen Bodenlockerung. Dies ist jedoch ein Trugschluss, da Torf im Boden innerhalb wenigen Jahren nahezu völlig abgebaut (mineralisiert) wird. Zudem ist Torf an sich nährstoffarm. Problematisch ist auch, dass Wasser für Pflanzen, die in Torf stehen, schlecht verfügbar ist. Sie müssen also häufiger gegossen werden. Und einmal ausgetrockneter Torf ist fast nicht mehr nass zu bekommen.



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