Pflanzen der Moore – Heimat der Hungerkünstler

In unseren Mooren sind wahre Hungerkünstler zu Hause. Sie beziehen ihre Nährstoffe lediglich aus Regen und Schnee. Im Kampf um die knappe Nahrung entziehen die grün, rot und gelblich schimmernden Torfmoose dem umgebenden Wasser die letzten Nährstoffe.

Torfmoos, Foto: ile/www.pixelio.de
Torfmoos

Torfmoose

Torfmoose sind wurzellos. Sie sind besonders gut an die extrem sauren Bedingungen angepasst. Sie lagern das 10 bis 20-fache ihres Volumens an Wasser ein und sondern selber Säuren ab. Ihre Spitzen wachsen unbegrenzt empor, wobei die unteren, älteren Teile aus Licht- und Luftmangel absterben.

Sonnentau, Foto: Uwe Kunze/www.pixelio.de
Sonnentau

Sonnentau

Der Sonnentau hat allerdings eine andere Strategie: Er ist zum Fleischfresser geworden. Die kleinen, rötlichen Blätter der Blattrosette ragen über die Torfpolster. Einladend simulieren Drüsen an den Blatträndern Tautropfen, die in der Sonne glitzern. Ein durstiges Insekt, das sich auf diese Täuschung einlässt, wird gefressen. Die vermeintlichen Tautröpfchen sind klebrig. Ist eine Fliege oder ein Käfer einmal damit in Kontakt gekommen, gibt es keine Rettung mehr. Sie kleben fest. Die Pflanze klappt ihre Blätter zusammen und beginnt das Insekt zu zersetzen.

Echtes Fettkraut, Foto: Wolfgang Willner
Echtes Fettkraut

Fettkraut

Ganz ähnlich fängt auch das Fettkraut mit Schleim aus seinen Drüsenhaaren an der Oberseite der Blätter Insekten.

Gemeine Moosbeere, Foto: Wolfgang Willner
Gemeine Moosbeere

Moosbeere

Die Moosbeere ist ein wahrer Zwerg unter den Sträuchern der Moore. Mit ihren dünnen, spärlich beblätterten Ästchen erhebt sie sich kaum über das Torfmoos und fällt nur durch die unverhältnismäßig großen einzelnen roten Beeren auf.

Moorpflanzen sind immergrün, was ihnen ermöglicht, die spärlichen Nährstoffe des Untergrundes wenigstens ganzjährig auszunutzen. Gleichzeitig sind ihre Blätter mit einer dicken Wachsschicht überzogen. Damit beugen die Pflanzen einer zu starken Verdampfung des gespeicherten Wassers vor, wenn sich die oberen Schichten des Hochmoors im Sommer stark aufheizen.

Scheidiges Wollgras, Foto: Wolfgang Willner
Auch das Scheidige Wollgras ist typisch für Hochmoore.


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