Beispiele invasiver Tierarten (Neozoen)

Ochsenfrosch (Rana catesbeiana)

Ochsenfrosch (Rana catesbeiana), Foto: Carl D. Hoge/Wikimedia

Der Ochsenfrosch breitet sich rasant aus und ist insofern problematisch, dass er mit allen hier einheimischen Amphibien in Nahrungskonkurrenz steht. Es kommt auch vor, dass heimische Lurche von ihm gefressen werden. Aufgrund seiner enormen Größe verspeist er auch Fische, Regenwürmer, Schnecken und sogar die eigenen Artgenossen. In Amerika hat er Fressfeinde wie Bussarde, Graureiher, Marder und Wasserschlangen. Ein Weibchen legt ca. 20.000 Eier. Dadurch kann er sich explosionsartig ausbreiten. In Deutschland untersteht er immer noch dem Artenschutz.

Waschbär (Procyon lotor)

Waschbär (Procyon lotor), Foto: www.pixelio.de/Katharina Catjana

Ursprünglich in Nordamerika zu Hause, wurde er in Europa in Pelztierfarmen gehalten, wo er etwa Mitte des 20. Jahrhundert ausbrach und sich seither besonders im Kasseler Raum und in Teilen Brandenburgs großflächig festsetzen konnte. Es wird zuweilen sogar behauptet, er sei zu einer richtigen Landplage geworden. Das eher knuffig aussehende Tier ist nachtaktiv, ein Allesfresser und ausgesprochener Einzelgänger. Die negativen Auswirkungen in den von ihm besiedelten Wäldern und die mögliche Verdrängung einheimischer Raubtiere und Vögel durch den Neozoen, sind umstritten.

Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus)

Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus), Foto: Wikimedia/Ekko

Die der heimischen roten Wegschnecke ähnelnde Nacktschnecke wird auch als Kapuzinerschnecke bezeichnet. Ursprünglich von der iberischen Halbinsel stammend wurde sie offenbar durch Obst- und Gemüsetransporte nach Mitteleuropa eingeschleppt und ist durch ihre maßlose Vermehrung mittlerweile auf Platz eins der häufigsten Schneckenarten in Deutschland.

Sie sondert einen aggressiven Schleim ab, der sie vor tierischen Fressfeinden schützt. Außerdem ist sie zäher, robuster und weniger empfindlich gegenüber Trockenheit und Licht. Auf ihrem Speiseplan stehen große Mengen Grünzeug, aber auch Hunde- und Vogeldreck. Ökologisch bedenklich ist das Verdrängen der einheimischen Schwarzen Wegschnecke durch die spanische Variante. Außerdem verursacht sie erhebliche Fraßschäden an der heimischen Vegetation wie auch in der Landwirtschaft.

Asiatischer Marienkäfer (Harmonia axyridis)

Asiatischer Marienkäfer (Harmonia axyridis), Foto: www.pixelio.de/J. Adler

Die ursprünglich aus Japan und China stammende Art wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts nach Amerika und Europa eingeschleppt. Sie sollte der biologischen Schädlingsbekämpfung dienen. In Deutschland ist der asiatische Marienkäfer 2002 das erste Mal gesichtet worden und breitet sich seither massiv aus. Er schafft ein bis zwei Vermehrungszyklen pro Jahr mehr als unsere einheimischen Marienkäfer und verputzt ungefähr das Fünffache an Blattläusen. Er trägt 19 Punkte auf seinem Rücken, also deutlich mehr als die meisten unserer einheimischen Arten. Mittlerweile tritt er in solchen Massen auf, dass er schlimmstenfalls die einheimischen Arten zurück- oder gar ganz verdrängen wird.

Mink oder Amerikanischer Nerz (Mustela vison)

Mink, Amerikanischer Nerz (Mustela Vison); Foto: de.wikipedia.org

Ursprünglich war der Mink in Nordamerika zu Hause. Das aus der Familie der Marder stammende Tier besitzt ein sehr wertvolles Fell. Deswegen wurde es in Nordamerika in Pelztierfarmen gehalten. Solche Pelzzuchten waren mit dem europäischen Nerz nicht möglich, weswegen man den Amerikanischen Zuchtnerz in den 1950er Jahren auch nach Europa holte, um ihn in Pelzfarmen zu halten. Von dort ist er geflohen oder bei Tierschutzaktionen befreit worden und konnte sich seither ungehindert ausbreiten und rasant vermehren. Das nachtaktive Tier hat den heimischen Europäischen Nerz schon an vielen Stellen verdrängt und ist mit seiner Verbreitung weiterhin auf dem Vormarsch.

Weitere Neozoen

Weitere Neozoen sind Fasane, Mufflons, die sich vorzugsweise von Jungpflanzen im Wald ernähren, die Bisamratte, die Röhricht vernichtet, die Regenbogenforelle, die unsere einheimische Bachforelle verdrängt, der Graskarpfen, der verkrautete Teiche abweiden sollte, es aber so gründlich tat, dass kein Halm mehr für Fischlaich übrig blieb.

Ganz neu gefährdet der Maiswurzelbohrer die Maisernte in Europa, und die Kastanien-Miniermotte die weiß blühenden Kastanienbäume. Der internationale Schiffsverkehr entsorgt sein Ballastwasser in Küstennähe und entlässt damit auch die darin schwimmenden Meerestiere, die in anderen Klimazonen aufgewachsen sind, in die Nordsee. Als einer der gefährlichsten blinden Passagiere gilt die Schiffsbohrmuschel, die unsere hölzernen Küstenschutzanlagen zerstört. 

Fasan, Foto: www.pixelio.de/Domino
Fasan
Bisamratte, Foto: www.pixelio.de/Kellermeister
Bisamratte
von der Miniermotte geschädigte Kastanienblätter, Foto: de-wikipedia.org
Von der Miniermotte geschädigte Kastanienblätter


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