Auch Nanomaterialien könnten sich auf diese Weise verteilen. Mit ihrem steigenden Einsatz in verschiedensten Produkten ist zu erwarten, dass immer mehr Nanopartikel in die Umwelt gelangen werden. Derzeit ist nicht bekannt, welche Mengen bereits in der Natur vorkommen. Es ist größtenteils sogar völlig unklar, welche Stoffe aus welchen Produkten entweichen können, da es keine geeigneten Messverfahren gibt.
Auch über die Umweltgefährdungen, die von den Nanotechnologien ausgehen, ist bisher wenig bekannt, da Testverfahren, die für chemische Substanzen in größerer Form entwickelt wurden, nur bedingt zur Bewertung von Nanomaterialien eingesetzt werden können.
Erste Studien zeigen jedoch, dass Nanomaterialien für verschiedene Lebewesen sehr schädlich sein können. Titandioxid und Zinkoxid in Nanoform haben sich in Tests etwa als giftig für die ökologisch sehr wertvollen Wasserflöhe erwiesen. Antibakteriell wirkende Nanomaterialien, wie das immer häufiger eingesetzte Nano-Silber, haben sich als schädlich für nützliche Bakterien herausgestellt, die im Wasser wichtige Funktionen übernehmen und somit für das Süßwasser-Ökosystem eine entscheidende Rolle spielen. Was der steigende Eintrag von Nanopartikeln in die Umwelt jedoch wirklich für die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen bedeutet, ist bisher nicht absehbar.