Kosmetika: faltenfrei dank Nano?

Sonnencreme neben Sonnenbrille im Sand. Quelle: © M. Walker / PIXELIO
In Sonnencremes ist der Einsatz von Nanomaterialien längst gang und gäbe. © M. Walker / PIXELIO

Kosmetika bilden einen besonders sensiblen Einsatzbereich von Nanopartikeln, da diese frei in den Produkten enthalten sind und der Verbraucher direkt mit ihnen in Kontakt kommt.

Viele Sonnenschutzcremes beinhalten Nano-Titandioxid- oder Nano-Zinkoxidpartikel. Die winzigen Teilchen werden als "physikalischer Sonnenschutz" genutzt – sie reflektieren wie Milliarden kleinster Spiegel das Sonnenlicht. Auch größere Teilchen von Titandioxid und Zinkoxid haben diese Wirkung, allerdings lassen sich mit Nanopartikeln dünnflüssigere und transparente Sonnencremes herstellen.

Nano-Aluminiumpartikel dienen in Make-Up dazu, Falten zu kaschieren. Auch die als besonders kritisch zu bewertenden Kohlenstoff-Nanokugeln (Fullerene) werden in Pflegeprodukten verwendet. Aufgrund ihrer Fähigkeit, die für die Hautalterung verantwortlich gemachten freien Radikale zu binden, werden sie unter anderem Antifaltencremes zugesetzt.

Antifalten-Cremedose von Dr. Brandt, Quelle: shopping.com
Kein faltenloses Gesicht ohne Risiko?

Die deutsche Kosmetikindustrie beteuerte in Gesprächen mit dem BUND, dass sie Fullerene bislang nicht einsetze und dies auch so lange nicht geplant sei, bis deren Sicherheit nicht ausreichend geklärt sei. Ciba und Novartis, zwei große Kosmetikhersteller, haben sich bereits verpflichtet, auf den Einsatz von Fullerenen zu verzichten, bis weitere Daten zur Risikobewertung vorliegen. Allerdings gibt es Konkurrenz-produkte aus anderen Ländern, für die mit der Verwendung von Fullerenen geworben wird und die auch auf dem deutschen Markt zu finden sind. So enthalten einige Produkte der Firma Dr. Brandt – erhältlich zum Beispiel bei Douglas –  Fullerene.

Es ist unklar, wie viele Kosmetika mit Nanomaterialien bereits in Deutschland erhältlich sind, da es bisher keine Kennzeichnungspflicht gibt. Einige Hersteller kennzeichnen ihre Produkte trotzdem, weil sie sich dadurch einen positiven Werbeeffekt versprechen.

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