Ressourcenbericht: Wir konsumieren ohne Maß und ohne Ziel

Europa nutzt zu viele Ressourcen und ist vom Import stärker abhängig als andere Weltregionen. Zu diesem Schluss kommt ein gemeinsamer Bericht von Friends of the Earth Europe (FoEE), dem österreichischen Forschungsinstitut SERI und Global 2000 (FoE Austria).

Baustelle eines Industriekomplexes in karger Landschaft, Foto: FOEE-Ressourcenbericht / Asociación Civil LABOR


Anhand verschiedener Beispiele zeigt der Bericht, welche Auswirkungen die Extraktion und Nutzung natürlicher Ressourcen auf Mensch und Umwelt hat. Dabei werden nicht nur direkte Rohstoffeinfuhren betrachtet, sondern auch indirekte Ressourcen-Importe durch bereits fertige Produkte, zum Beispiel Computer oder Handys. Der Bericht "Ohne Maß und Ziel" stellt fest, dass die EU trotz erheblicher Abhängigkeiten keine expliziten Ziele hat, wie der übermäßige Ressourcenverbrauch reduziert werden soll. Friends of the Earth Europe fordert die EU auf, den Materialverbrauch endlich einheitlich zu messen, die Ressourceneffizienz durch EU-Richtlinien und Verordnungen zu erhöhen und Strategien mit messbaren Zielen zu entwerfen, die den Ressourcenverbrauch und seine Auswirkungen auf die Umwelt insgesamt verringern. Notwendig ist die Überprüfung der Auswirkungen von EU-Politik auf den Ressourcenverbrauch.

Ressourceneffizienz sei nicht nur notwendig, um Geld in der Produktion zu sparen, sondern vor allem um die Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern zu verbessern. Die Diskussion unserer Lebens- und Konsumstile und unseres Wachstumsmodell sowie die Entwicklungskonzepte der Industriestaaten sei unumgänglich.

Leiser Startschuss für einen politischen Marathon

In einem Beitrag für die Zeitschrift "Politische Ökologie" ordnen BUND und NABU den Ressourcenschwerpunkt der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie in die aktuelle Ressourcendiskussion ein. Sie verweisen darauf, dass die gesteckten Ziele durchaus zu begrüßen sind, die politische Praxis den eigenen Zielen aber meist widerspricht. Notwendig sind eine ressourcenschonende öffentliche Beschaffung, stärkere Bemühungen für eine aktive Kreislaufführung und ein internationales umweltpolitisches Regime mit Abbaustandards und die Einführung von Ressourcensteuern.

Beitrag "Leiser Startschuss für einen politischen Marathon" (PDF)