Im Watt angekommen, wachsen die Jungschollen bald zu einigen Zentimetern Größe heran. Ihr Lieblingsfutter sind die Atemrohrenden von Muscheln und die Schwanzenden von Wattwürmern, die sie ihren Opfern abbeißen. Zum Glück für die Opfer wachsen diese Stückchen meist wieder nach. Größere Schollen fressen Garnelen, Borstenwürmer und dünnschalige Muscheln. Flinke Beutetiere saugen sie mit ihrem ruckartig vorschnellenden Maul ein.
Erstaunlicherweise können Schollen über Hunderte von Kilometern wandern, um ihre Laichgebiete zu erreichen. Dabei schaffen sie etwa 30 Kilometer pro Tag. Mitunter wandern sie auch Flussmündungen hinauf, allerdings nicht so weit wie die speziell an Brackwasser angepasst Flunder.
Früher konnten Schollen 50 Jahre alt und fast einen Meter lang werden. Heute wird die Nordsee so intensiv befischt, dass kaum ein Exemplar älter als fünf Jahre wird. Mit 27 cm Körperlänge dürfen sie gefangen und verkauft werden und viele landen auch schon vorher in den Schleppnetzen. Allein die Krabbenfischer im Wattenmeer töten pro Jahr etwa eine Milliarde Babyschollen, und auch in der Nordsee enden Unmengen von Jungschollen als "Beifang". Solange die Überfischung der Scholle und die Schädigung des Nordseeboden-Lebens durch Schleppnetze nicht behoben sind, sollte man auf die "Maischolle" daher besser verzichten.