In den deutschen Meeren kommen nach der neuesten Roten Liste der gefährdeten Arten nur noch vier Haiarten regelmäßig vor: der stark gefährdete Große Hundshai, der auf Grund schlechter Datenlage nicht beurteilte Weißgefleckte Glatthai, der wohl noch ungefährdete Kleine Katzenhai, sowie der vom Aussterben bedrohte Dornhai. Dornhaie kamen früher in allen kühlen Meeren in großen Schwärmen vor, ihre Bestände sind jedoch durch Befischung dramatisch eingebrochen. Außer diesen in Nord- und Ostsee heimischen Haiarten verirren sich immer noch Gäste in unsere Gewässer, zum Beispiel Hammer- und Blauhaie, Heringshaie und eher selten ein friedlicher Risenhai.
Der weltweit gefährdete Heringshai war früher noch regelmäßig in der Nordsee anzutreffen. Er wird über drei Meter lang, schwimmt sehr schnell und jagt gerne in Gruppen. Auf seinen weiten Wanderungen sucht und verfolgt der Heringshai Fischschwärme, vor allem Makrelen und Heringsartige. Dies kann ihm zum Verhägnis werden: 2002 fingen dänische Fischer in der Nordsee 500 Heringshaie in einer einzigen Nacht. Ein Aufschrei der Öffentlichkeit blieb aus.